Brandanschlag auf Kapo: Ein Racheakt?
Aktualisiert

Brandanschlag auf Kapo: Ein Racheakt?

Der Brandanschlag auf die Kapo Bern war offenbar ein Racheakt für die Polizeiaktion in der Reitschule. Dies behauptet ein anonymes «Kommando Molotow» in einem Bekennerschreiben im Internet.

«Am Samstag, dem 20. Mai 2006, kurz vor Mitternacht, haben wir den Polizeistützpunkt Ringhof der Kapo angegriffen», schreibt das «Kommando Molotow» auf einer Internetseite. Der Brandanschlag vom Samstag sei eine Reaktion auf den «rassistischen und menschenverachtenden Polizeieinsatz vom Donnerstag in und vor der Reitschule».

Am Donnerstag hatte die Polizei bei einer Razzia 32 mutmassliche Dealer festgenommen – alles Afrikaner. Die Polizei stand dabei in Kontakt mit den Reitschulbetreibern und verhaftete auch Personen, die sich ins Gebäude geflüchtet hatten. Dabei kam es

zu keinen Scharmützeln oder Auseinandersetzungen. Offenbar passte die Aktion aber nicht allen Personen im Umfeld der Reitschule.

«Wir haben Kenntnis vom Eintrag im Internet, hatten selber aber kein Bekennerschreiben erhalten», sagt Franziska Frey von der Stadtpolizei Bern. «Die Ermittlungen laufen.» Zu den im anonymen Schreiben geäusserten Rassismusvorwürfen sagt Frey: «Wir haben die Situation vor der Aktion sorgfältig beobachtet. Der Einsatz ist professionell und korrekt abgelaufen.»

Andrea Abbühl

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