Aktualisiert 27.09.2004 20:56

Brandanschlag auf Manhattan-Club aufgeklärt

Der Brandanschlag auf den Manhattan-Club in Cham ZG vom Juni 2003: Der Täter, der sich bei der Brandstiftung schwer verletzte, handelte im Wissen des Club-Besitzers.

Kripo-Chefin Silvia Steiner und Untersuchungsrichterin Gaby Alther haben am Montag über den Stand der Ermittlungen informiert. Über das Motiv der Tat schwiegen sie sich aus. Das Verfahren soll Ende 2004 an die Staatsanwaltschaft übergeben werden.

Obwohl die Tat spektakulär war, handelte es sich offenbar um ein eher banales Verbrechen. Hinweise, dass weitere Kreise davon betroffen sind, gibt es offenbar nicht. Steiner betonte, dass die Sicherheit im Kanton Zug trotz dieses Anschlags gewährleistet sei.

«Lebende Fackel»

Der Brandanschlag wurde in der Nacht auf den 19. Juni 2003 verübt. Dabei wurde als Brandbeschleuniger Benzin eingesetzt. Der Sachschaden am Gebäude belief sich auf 1,5 Millionen Franken. Bis auf den mutmasslichen Täter wurde niemand verletzt.

Der Club war geschlossen, doch waren viele Passanten unterwegs. Sie beobachteten, wie ein Mensch als «lebende Fackel» aus dem Club rannte und mit einem Lieferwagen davonfuhr.

Das Fahrzeug wurde am 20. Juni von der Kantonspolizei Luzern aus der Reuss geborgen. Dank eines Mobiltelefons stiessen die Ermittlungsbehörden auch auf den Namen des geflüchteten Mannes, der als dringend tatverdächtig galt.

Verhaftung in Spezialklinik

Es handelt sich um einen 27-jährigen, der Polizei bekannten, in der Schweiz geborenen Ausländer. Er konnte in einer Spezialklinik in Lyon (Frankreich) ausfindig gemacht werden, wohin er von Bekannten gebracht worden war.

Im Juli 2003 wurde der mutmassliche Brandstifter im Spital in Lyon in Untersuchungshaft genommen und im März 2004 in die Schweiz überführt. Er befindet sich weiter in Untersuchungshaft.

Von Anfang an der Mittäterschaft verdächtigt wurde der Besitzer des Clubs, der mit dem Tatverdächtigen befreundet ist. Er gab gemäss den Behörden zu, dass die Brandstiftung in seinem Wissen erfolgt sei.

Ob es sich um einen eigentlichen Auftrag handelte, liessen die Behörden offen. Auch zum Motiv äusserten sie sich nicht. Im Club hätten unüberschaubare finanzielle Verhältnisse geherrscht, hiess es.

(sda)

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