Brandkatastrophe: Polizei auf Handy- Bilder angewiesen
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Brandkatastrophe: Polizei auf Handy- Bilder angewiesen

Bei den Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Ludwigshafen hat die Polizei die Bevölkerung um weitere Fotos und Videoaufnahmen gebeten.

Bislang seien weniger als zehn Bilder und Filme abgegeben worden, sagte Polizeisprecherin Simone Eisenbarth am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. «Bei jedem Bild kann ein ganz entscheidender Hinweis dabei sein», betonte sie. Die Brandursache ist trotz intensiver Ermittlungen noch immer unklar. Hinweise auf einen möglichen Täter, der sich am Tag des Unglücks von dem Gebäude entfernt haben soll, brachten bislang keinen Durchbruch.

Unterdessen rückt die Hilfe für die Opfer der Brandkatastrophe in den Vordergrund: Bei einem Benefiz-Fussballspiel sammelte der Regionalligist FSV Ludwigshafen-Oggersheim am Dienstagabend insgesamt 22 340 Euro für die Betroffenen. Rund 1500 Menschen kamen in das Südweststadion der Stadt, um das Freundschaftsmatch gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern zu sehen. Der Gastgeber verlor 0:6, obwohl die Ludwigshafener zeitweise vom früheren Nationalspieler Mario Basler unterstützt wurden.

Die Polizei konzentriert ihre Untersuchungen derweil auf den Brandschutt aus dem zerstörten Gebäude. «Die Ermittler werten derzeit 118 Spuren aus», sagte Polizeisprecher Markus Sicius in Ludwigshafen der AP. Dennoch könnten bislang weder Brandstiftung noch technischer Defekt oder Unfall als Ursache ausgeschlossen werden. Auch die Vernehmung zweier Mädchen, die vor Ausbruch des Feuers einen Brandstifter im Hausflur des Gebäudes gesehen haben wollen, sei noch nicht abgeschlossen. Die Ermittler hoffen, anhand der Aussagen ein Phantombild des möglichen Täters erstellen zu können. Ob ein solches überhaupt veröffentlicht werden könne, sei aber fraglich, sagte Sicius.

Noch immer werde in der Asche nach Brandbeschleunigern gesucht, die das Feuer ausgelöst haben könnten. Bis konkrete Ergebnisse vorlägen, könne es aber noch mehrere Tage dauern. Die Zahl der bei dem Unglück verletzten Polizeibeamten erhöhte sich nach Angaben des Sprechers unterdessen von elf auf 16.

Am Montag hatten die Ermittler erklärt, das Feuer sei wahrscheinlich im Keller des Mehrfamilienhauses ausgebrochen. Die Untersuchungen richten sich demnach auch auf die Elektro- und Gasleitungen. Zuvor waren Spekulationen laut geworden, nach denen alte Elektroleitungen in dem 1898 erbauten Gebäude den Brand ausgelöst haben könnten. Der Brandkatastrophe fielen neun Menschen zum Opfer, 60 Personen wurden teils schwer verletzt. (dapd)

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