Brandsatz am Antifa-Festival: Neonazis als Täter vermutet
Aktualisiert

Brandsatz am Antifa-Festival: Neonazis als Täter vermutet

Ein Anschlag auf das Antifa-Festival in der Berner Reitschule hat in der Nacht auf gestern beinahe zu einer Katastrophe geführt. In letzter Sekunde wurde ein Brandsatz entdeckt, bevor er hochging.

Rund 1500 Besucher und mehrere Bands wollten mit dem Festival ein friedliches Zeichen gegen den Rechtsextremismus setzen. Kurz vor Mitternacht entdeckten Sicherheitsleute mitten im Publikum einen verdächtigen Rucksack. Laut den Organisatoren enthielt er mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Flaschen und eine Zündvorrichtung. Sofort wurde der Brandsatz durch einen Notausgang ins Freie gebracht. «Dort schoss eine Stichflamme aus dem Rucksack. Der Brand konnte aber rasch gelöscht werden», sagt Stefanie Gerber von der Stadtpolizei Bern. Verletzt wurde niemand.

Die Halle wurde evakuiert und alle übrigen Konzerte abgesagt. Bei der anschliessenden Suchaktion kamen keine weiteren gefährlichen Gegenstände zum Vorschein.

Der Anschlag sei wie jener am 1. August auf dem Rütli von Neonazis verübt worden, die sogar Todesopfer in Kauf nähmen, vermuten die Veranstalter. Eine Bestätigung gibt es dafür noch keine. Unklar ist auch noch, um was für eine Art Zünder es sich handelte. «Die Ermittlungen laufen, aus unserer Sicht handelt sich aber nicht um einen Bombenanschlag, denn es gab keine Explosion», stellt Gerber klar.

Patrick Marbach

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