Brandserie als Tarnung
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Brandserie als Tarnung

Eine der grössten Serien von Brandstiftung im Aargau ist aufgeklärt: Ein 46jähriger Firmeninhaber hat seine eigene Firma und, zur Tarnung, andere Betriebe in Brand stecken lassen.

Grund waren Finanzprobleme. Der Schaden beträgt mehr als 4 Mio. Franken. Von November 2003 bis März 2004 gingen im unteren Aaretal mehrere Gebäude in Flammen auf. Inzwischen hat die Kantonspolizei Aargau die Brandserie geklärt: Haupttäter sei der Inhaber einer Landmaschinen-Firma in Döttingen, sagten Vertreter der Polizei und des Bezirksamts Zurzach am Donnerstag vor den Medien in Brugg.

Brandserie als Tarnung

Der Mann hatte am Weihnachtstag 2003 seinen eigenen Betrieb in Brand stecken lassen. Er wollte mit der Versicherungssumme Finanzprobleme in der Firma lösen. Die Tat ausgeführt hatten ein 38jähriger Schweizer und dessen 33jährige Ehefrau aus Rekingen, die ebenfalls in Geldnöten waren.

Die Tat sollte laut Polizei aber getarnt werden: Um eine Brandstiftungsserie durch einen Pyromanen vorzutäuschen und so den Verdacht von sich selbst abzulenken, hatten er oder der Mittäter schon seit November vier andere Brände gelegt. In einem Fall half auch ein 23jähriger Schweizer aus Villigen mit.

Festnahme der Täter

Allein zwei Millionen Franken Schaden entstand so beim Brand einer Scheune in Villigen, wie Michael Schibler, Chef der Regionalfahndung Nord der Kantonspolizei, sagte. In Brand gesteckt wurden zudem der Schuppen einer Firma, das Forsthaus und ein Mähdrescher einer weiteren Firma in Döttingen.

Weitere Taten seien für später geplant gewesen. Aufgrund der Ermittlungen war der Firmeninhaber aber am 19. Februar inhaftiert worden, später nahm die Polizei auch den Mittäter fest. Um ihrem Mann zu helfen. legte dessen Ehefrau dann im März Feuer an einen Spycher in Döttingen und einen Lagerschuppen in Lengnau.

Angebohrte Tanks

Unterstützt wurde die Frau im einen Fall von einem 31jährigen Türken aus Mägenwil. Die Polizei stiess aber auch auf Fälle von 1988 in Regensdorf ZH und 2000 in Döttingen, wo der Firmeninhaber bereits, etwa zwecks Versicherungsbetrugs, Landwirtschaftsmaschinen angezündet hatte.

Der Fall von 1988 half mit, den Täter zu überführen: Denn wie die Polizei herausfand, waren damals wie jetzt Treibstofftanks der Landmaschinen angebohrt worden, um das Feuer zu verstärken. Beide Haupttäter sind weiterhin in Untersuchungshaft, wie Marcel Keller, stellvertretender Bezirksamtmann von Zurzach, sagte.

(sda)

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