Feuerteufel wütet in Biel: «Brandserie hat neue Dimension erreicht»
Aktualisiert

Feuerteufel wütet in Biel«Brandserie hat neue Dimension erreicht»

18 Autos wurden in Biel in einer Nacht abgefackelt: Stadtpräsident Erich Fehr (SP) erklärt im Interview, was er nun von der Polizei fordert und weshalb er gegen Bürgerwehren ist.

von
Adrian Müller

Herr Fehr, innert wenigen Stunden sind in ihrer Stadt 18 Autos ziellos angezündet worden. Anwohner versuchten, brennende Wagen mit dem Gartenschlauch zu löschen. Was geht Ihnen als Stadtpräsident durch den Kopf?

Es macht mich tief betroffen, dass so etwas in Biel geschieht. Ich kann nicht verstehen, was Leute zu solch sinnlosen und gefährlichen Taten treibt. Ich bin froh, dass die Bürger Verantwortung übernommen haben und einige Autos gelöscht haben. Denn die Feuerwehr kann unmöglich an 18 Orten gleichzeitig sein.

Seit November werden in Biel immer wieder Autos angezündet. Zuletzt brannte es am Mittwoch in einer Tiefgarage. Bei den Leuten macht sich nun Angst breit. Hat Biel ein Sicherheitsproblem?

Ein grundsätzliches Problem haben wir nicht. Ich kann die derzeitige Verunsicherung in der Bevölkerung aber nachvollziehen. Die Brandserie vom Sonntag mit 18 betroffenen Wagen bedeutet eine neue Dimension. Das macht mir ernsthafte Sorgen.

Brandserie in Biel

Die Polizei sucht seit Monaten nach den Pyromanen – ohne Erfolg. Nun wollen einige Leute gar Bürgerwehren gegen die Brandstifter organisieren. Macht die Polizei genug?

Ich erwarte von der Kapo Bern, dass sie mit allen Mitteln nach den Tätern fahndet und die Brandstifter dingfest macht. In der nächsten Gemeinderatssitzung werden wir allenfalls über eine Verstärkung der Polizeipatrouillen diskutieren. Dies ist aber kein Allerheilmittel. Bürgerwehren lehne ich ab, die Leute könnten sich so selber gefährden.

Wie kann sich die Bevölkerung vor den Pyromanen schützen?

Es ist wichtig, jede Beobachtung sofort der Polizei zu melden. Wer kann, sollte sein Auto in der Garage oder im Parkhaus einstellen.

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