15.09.2020 09:30

Brandserie in MerenschwandBrandstifter (38) legte Feuer aus Frust und wegen zu viel Alkohol

Die Aargauer Oberstaatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen Brandstifter: Der Mann soll im Dezember 2019 sechs Brandstiftungen begangen haben.

von
Gianni Walther

Ein Leser-Reporter filmte den Brand Anfang Dezember.

Darum gehts

  • Im Dezember 2019 kam es in Merenschwand AG zu sechs Brandstiftungen.
  • Die Oberstaatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen 38-Jährigen.
  • Der Mann hat fünf Brandstiftungen gestanden, in einem Fall bestreitet er die Brandstiftung.
  • Der Mann gab an, die Brände aus Frust und in Zusammenhang mit übermässigem Alkoholkonsum begangen zu haben.

Grosse Verunsicherung herrschte unter den Einwohnern in Merenschwand im Dezember 2019: Innert zweier Tage kam es dort zu drei Bränden. Nur wenige Tage später brannte es in der Gemeinde erneut. Mehrere Personen wurden festgenommen, wenige Tage später hatte ein Mann die Brandstiftungen teilweise gestanden.

Nun hat die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau gegen den 38-jährigen Schweizer Anklage erhoben, wie sie am Dienstag mitteilte. Dies «wegen mehrfacher, teils qualifizierter Brandstiftung und mehrfachem Hausfriedensbruch», wie es in der Mitteilung heisst.

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In Merenschwand AG musste die Feuerwehr Anfang Dezember ausrücken, weil beim Kirchplatz eine Sitzbank brannte.

In Merenschwand AG musste die Feuerwehr Anfang Dezember ausrücken, weil beim Kirchplatz eine Sitzbank brannte.

Kapo AG
Die Feuerwehr konnte den Brand löschen und grossen Sachschaden verhindern.

Die Feuerwehr konnte den Brand löschen und grossen Sachschaden verhindern.

Kapo AG
Eingegangen war der Notruf bei der Feuerwehr gegen 18.40 Uhr.

Eingegangen war der Notruf bei der Feuerwehr gegen 18.40 Uhr.

Leser-Reporter

Beschuldigter ist im vorzeitigen Massnahmenvollzug

Der Mann soll am 1. und 2. Dezember sowie in der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember insgesamt sechs Brände gelegt haben. «In Bezug auf die Brandstiftung vom 1. Dezember, bei der eine Scheune komplett nieder- und das angebaute Wohnhaus ausbrannte, wirft die Oberstaatsanwaltschaft dem heute 38-jährigen Schweizer qualifizierte Brandstiftung vor, da er mit der Brandlegung wissentlich Leib und Leben von Menschen in Gefahr gebracht haben soll», so die Oberstaatsanwaltschaft. Diese Brandstiftung bestreitet der Beschuldigte. In den anderen fünf Fällen ist er jedoch geständig.

Der Beschuldigte hatte angegeben, «die Brände aus einer Frustreaktion heraus in Bezug auf seine Lebenssituation und im Zusammenhang mit übermässigem Alkoholkonsum gelegt zu haben», wie es weiter heisst.

Seit seiner Festnahme am 7. Dezember befindet sich der Mann im vorzeitigen Massnahmenvollzug. «Die Oberstaatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren, aufgeschoben zugunsten einer stationären Massnahme zur Behandlung der Alkoholsucht des Beschuldigten sowie eine unbedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen.» Die Anklage sei am Bezirksgericht Muri hängig.

Während der Brandserie herrschte unter den Einwohnern in Merenschwand grosse Verunsicherung.

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