Video auf Tiktok - Brandstifter zündet Blitzer an
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Video auf TiktokBrandstifter zündet Blitzer an

Am helllichten Tag brennt ein Blitzer in Wöschnau SO lichterloh: Das zeigt ein Video, das auf Social Media kursiert. Nun ermittelt die Polizei – offenbar steckt ein Brandstifter dahinter.

von
Joel Probst

Ein Tiktok-Video zeigt, wie der Blitzer in Wöschnau SO in Flammen steht.

20 Minuten/Tiktok

Darum gehts

  • Unbekannte setzten einen mobilen Blitzer in Wöschnau SO in Brand.

  • Die Polizei ermittelt.

  • Immer wieder kommt es in der Schweiz zu Blitzer-Vandalismus.

Dichter grauer Rauch steigt auf, Flammen züngeln aus dem mobilen Blitzkasten und am Boden fliesst eine brennbare Flüssigkeit den Bordstein entlang: Dieses Bild präsentierte sich den Autofahrern am vergangenen Sonntag in Wöschnau SO. Mehrere Videos des brennenden Blitzers kursieren auf der Kurzvideo-Plattform Tiktok und zählen teils über 100’000 Aufrufe.

Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt den Blitzer-Brand auf Anfrage von 20 Minuten: «Erste Ermittlungen haben ergeben, dass die Radaranlage mutwillig in Brand gesetzt wurde.» Die Polizei sucht deshalb Zeugen: Personen, die Hinweise zur Täterschaft machen können, werden gebeten, sich unter 062 311 80 80 zu melden.

«Prüfen, ob Aufnahmen noch brauchbar»

Der Sachschaden beträgt gemäss der Kapo mehrere 10’000 Franken. «Ob die Aufnahmen noch brauchbar sind, wird geprüft», so Sprecher Dario Panzeri. Alarmiert wurde die Polizei am Sonntag kurz nach 14 Uhr, umgehend sei auch die Feuerwehr aufgeboten worden.

Lange war der mobile Blitzer offenbar nicht an der Hauptstrasse stationiert: «Am Freitag stand der Blitzer erstmals dort, am Sonntagabend habe ich das Video auf Tiktok gesehen», sagt News-Scout Florian, der die Stelle regelmässig auf dem Weg zu seiner Arbeit passiert.

Häme über abgebrannten Blitzer

In den Kommentaren der Tiktok-Videos trauert kaum ein User dem Blitzer nach – stattdessen dominiert Häme: «Das müsste man mit allen Blitzern in der Schweiz machen», kommentiert einer. «Gut gemacht, Bro» und «Brennt noch nicht genug» zwei andere. Die Polizei will sich zu den Kommentaren nicht äussern: «Die Kantonspolizei Solothurn ist sich bewusst, dass das Thema Radar die Bevölkerung interessiert und zu vielseitigen Diskussionen anregt», so Panzeri.

Doch wie gross ist der Blitzer-Hass in der Schweiz? «Auch wir im Kanton Bern stellen ab und zu Beschädigungen an Blitzern fest», sagt Ramona Mock, Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern. «Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Sprayereien.» Ähnlich klingt es auch aus Basel Stadt: «Meistens äussert sich der Vandalismus in Kritzeleien oder Klebern auf der Anlage», sagt Toprak Yerguz vom Justiz- und Sicherheitsdepartement. Diese würden im regulären Pflegedienst beseitigt.

So sah der Blitzer nach dem Brandanschlag aus. 

So sah der Blitzer nach dem Brandanschlag aus.

Kantonspolizei Solothurn

Auch in Basel-Stadt brannte schon ein Blitzer

Im Kanton St. Gallen gab es dieses Jahr bislang nur einen ähnlichen Fall: «Dabei wurde eine Radarmessanlage mit schwarzer Farbe versprayt», so Polizeisprecherin Natascha Scherrer. Die Täterschaft habe bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht ermittelt werden können. Generell gestaltet sich dies laut Scherrer sehr schwierig: «In den meisten Fällen erfolgt eine Rapportierung gegen ‘Unbekannt’.»

Starke Beschädigungen der Geräte kommen nur selten vor. Zwei krasse Fälle ereigneten sich jedoch in Basel: «Eine Anlage wurde einmal mit einer Axt ‘bearbeitet’, eine andere in Brand gesteckt», so Polizeisprecher Yerguz. Letzterer Blitzer sorgte zuvor für viel Unmut, wie 20 Minuten damals berichtete.

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