Brandstiftung in Genfer Gefängnis: Zwei Tote
Aktualisiert

Brandstiftung in Genfer Gefängnis: Zwei Tote

Der Untersuchungshäftling, der am Freitag in seiner Zelle im Genfer Gefängnis Champ-Dollon Feuer legte, ist seinen schweren Verbrennungen am Freitagabend erlegen.

Ein zweiter Häftling, der eine Rauchvergiftung erlitt, starb am Samstag.

Die Gefängnisverantwortlichen wussten am Samstag noch nicht, wie der 38-jährige Häftling, der unter psychischen Störungen litt, das Feuer gelegt hatte. Die Strafuntersuchung habe noch keine Ergebnisse gebracht, sagte Fabrizio Bervini, der Vizedirektor der Genfer Gefängnisverwaltung, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Der 38-Jährige war drei Tage, bevor er das Feuer gelegt hatte, gegen die Gefängniswärter gewalttätig geworden. Nach Abklärungen in ärztlicher Obhut wurde er am Donnerstagabend allein in eine Zelle gesteckt, wo er ein erstes Mal Feuer legte. Danach wurde er durchsucht und in eine andere Zelle verlegt.

Der Mann war wegen Diebstahls seit Mai in Untersuchungshaft. Seit 1995 sass er bereits zum 13. Mal in Champ-Dollon ein. Beim zweiten Todesopfer handelt es sich um einen 26-jährigen Mann, der seit August 2005 wegen Diebstahls im Gefängnis war. Die beiden Männer erlagen ihren Verletzungen im Spital.

Den Brand vom Freitagmorgen bemerkten die Gefängniswärter um 04.45 Uhr. Die Feuerwehr konnte ihn schnell unter Kontrolle bringen. Eine Evakuation des Gefängnisses war nicht nötig.

Das Gefängnis Champ-Dollon gilt als chronisch überbelegt. Zur Zeit müssen sich 458 Insassen die für 270 Inhaftierte ausgelegten Räume teilen. Nach Angaben von Gefängnisdirektor Laurent Beausoleil hatte der am Freitag gelegte Brand mit der Überbelegung aber nichts zu tun.

(sda)

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