Aktualisiert 07.06.2006 15:02

Brangelina-Baby: Wie kam das Bild ins Internet?

Am Donnerstag sollten die Bilder vom Brangelina-Baby erstmals erscheinen. Doch wie nicht anders zu erwarten, landete zumindest ein Foto bereits im Internet -natürlich völlig unbeabsichtigt.

Am Montag hatten Pitt und Jolie bekannt gegeben, dass sie die Bilder ihres Kindes an die Bildagentur Getty Images verkauft hatten. Der Erlös soll einer wohltätigen Organisation zur Verfügung gestellt werden. Getty wiederum verkaufte am vergangenen Wochenende die Erstabdrucksrechte.

Doch es kam anders: Auf dem kurzzeitig im Internet veröffentlichten Bild sind Kind, Mutter und Vater zu sehen, wobei die Eltern mit fasziniertem Blick das schlafende Kind betrachten. Jolie liegt neben ihrer Tochter Shiloh Nouvel, Pitt ist im Profil zu sehen.

Alles nur ein PR-Gag der Zeitschriften?

Aber wie ist das Bild direkt vom Layout-Desk des Heftes in das Internet gelangt?

Laut der Website «TMZ» ist man bei der Bildagentur Getty «verzweifelt» dabei, das Loch zu finden, durch das das Bild den Weg ins Netz fand? «People» spricht von einem unerklärlichen Loch. PR-Experten sprechen von einem gross angelegten Presse-Stunt. Grund: So lässt sich der grösste Wirbel um die Familienbilder veranstalten und entsprechend viele Exemplare der beiden Hefte an den Mann und an die Frau bringen.

Die Zeitung «People», die angeblich 4,1 Millionen Dollar für die Exklusivrechte bezahlte, hat umgehend Anwälte in Marsch gesetzt, die verschiedenen Blogs schriftlich mit rechtlichen Schritten drohten, wenn das Bild nicht sofort verschwinden würde.

Unter dem Hinweis des Verstosses gegen das Urheberrecht wird gefordert, dass die unrechtmässigen Bilder von den Webseiten «sofort heruntergenommen oder der Zugang zu ihnen unterbunden werden müsse», sobald diese Nachricht zugehe. Die verschiedenen Blogs reagierten verschieden: Einige nahmen das Bild mit dem Hinweis «Ich bin heute nicht in der Laune, verklagt zu werden» herunter, andere stellten den Brief der Anwälte anstelle des Babybildes ins Netz. Was wenige Blogs wissen: Aus Gründen der Pressefreiheit ist es erlaubt, Umstände des Zeitgeschehens zu dokumentieren – auch im Bild, solange die Persönlichkeitsrechte der Abgebildeten gewahrt bleiben. Und das sollte ja auf einem Heftcover gewährleistet sein.

voi

(Netzeitung, WENN)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.