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Wallisellen ZHBrasilianer in Portugiesen verwandelt

Ein brasilianischer Bauarbeiter aus Wallisellen hat sechs Landsleuten gegen Bezahlung gefälschte portugiesische Ausweise besorgt. Am Dienstag wurde der geständige Helfer wegen Verbrechens gegen das Ausländergesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Der heute 33-jährige Angeklagte aus Wallisellen zeigte sich grundsätzlich geständig. Demnach hatte sich der Familienvater und Inhaber der Aufenthaltsbewilligung B jahrelang klaglos verhalten. Er arbeitete regelmässig auf dem Bau und bezahlte pünktlich seine Steuern. Es war ein Landsmann und Nachbar, der ihn im Juni 2008 auf den falschen Weg führte.

Gefälschte portugiesische Ausweise verschafft

Fest steht, dass der Anwohner den Beschuldigten zu illegalen Machenschaften überredete und an seine Hilfsbereitschaft appelliert. So handelte es sich bei den Komplizen um Landsleute, die Hilfe suchten. Im Klartext: Es waren Brasilianer, die schnell zu einer Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung in der Schweiz kommen wollten.

Der Dreh war einfach: Der Nachbar und der Angeklagte verschafften den Südamerikanern gefälschte portugiesische Ausweise. Nicht nur aus Nächstenliebe, sondern auch gegen eine Bezahlung von jeweils mehreren tausend Franken.

Sechs Fälle eingeklagt

Als das Duo im September 2008 aufflog, hatte es bereits sechs Landsleute mit falschen Pässen versorgt. Mit der Folgen, dass diese in den Gemeinden Glattbrugg und Dübendorf einen legalen Aufenthalt ergattert hatten.

Vor Gericht kam heraus, dass der Angeklagte aus Wallisellen tatsächlich eine Nebenrolle gespielt hatte. Er wurde trotzdem wegen Verbrechens gegen das Ausländergesetz, Gehilfenschaft zu Täuschung von Behörden, Urkundenfälschung sowie eines Verkehrsdeliktes zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Verbunden mit einer ebenso bedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 20 Franken und 200 Franken Busse.

Dank Geständnis Verfahren erleichtert

Das Gericht hielt dem Brasilianer sein Geständnis zugute. Dieses habe das gesamte Verfahren sehr erleichtert, befand der Vorsitzende. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Monate Freiheitsentzug bedingt verlangt. Die Verteidigung hatte für neun Monate bedingt plädiert.

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