Aktualisiert 27.07.2014 06:43

Gegen Wohnungsnot

Brasilianer sollen in WM-Stadien leben

Mehrere Fussballstadien in Brasilien bleiben nach der WM trotz Meisterschaftsstart teilweise leer. Deshalb planen Architekten nun, Teile der Arenen in Wohnungen umzubauen.

von
ame

Bereits wenige Wochen nach der WM rollt der Ball in Brasiliens Stadien wieder. Doch im Gegensatz zur Zeit vor dem Turnier spielen die Teams nun in Stadien, die viel mehr Zuschauer fassen und deshalb nur teilweise komplett gefüllt werden können. Um dies zu ändern, schlagen zwei Architekten vor, Teile der teuren Fussballtempel in Wohnfläche umzurüsten.

Dabei soll in den Arenen laut der «Handelszeitung» weiter Fussball gespielt werden, lediglich die überschüssigen Sitze sollen entfernt werden und Platz für Wohnungen schaffen. «Das hilft gegen die Wohnungsnot», so die beiden Architekten Axel de Stampa und Sylvain Macaux. Für die Realisierung schlagen sie vorgefertigte Wohneinheiten mit 105 Quadratmetern Fläche vor. Was die offiziellen Regierungsstellen und die Architekten der Stadien davon halten, ist nicht bekannt.

Bürger tragen Kosten

Besonders interessant dürfte die Idee für die Betreiber der Fussballarenen in Natal, Manaus, Brasília und Cuiaba sein. Diese Stadien werden in Zukunft wohl kaum benutzt werden. In den anderen acht WM-Stadien tragen brasilianische Spitzenvereine ihre Heimspiele aus.

Was für Folgen leerstehende Arenen für die Bürger eines Landes haben können, zeigt das Beispiel Südafrika. Im Austragungsland der WM 2010 sind laut welt.de neun der zehn Stadien defizitär und verursachen Verluste in Millionenhöhe. Allein das Stadion in Kapstadt verursacht jährliche Kosten von 4,5 Millionen Euro bei Einnahmen von lediglich rund einer Million. Bezahlt werden diese Defizite von den Kommunen, indirekt also von den Bürgern selbst.

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