Münz ins Kässeli: Brasilianer staunen über Rheintaler Blumenfeld
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Münz ins KässeliBrasilianer staunen über Rheintaler Blumenfeld

Ein Blumenfeld in Altstätten SG hat es bis ins brasilianische TV geschafft. Dort konnte man offenbar nicht glauben, wie einfach es ist, in der Schweiz Blumen zu kaufen.

von
taw

«In Appenzell, einer der ländlichsten Gegenden der Schweiz lernen wir, wie einfach es sein könnte, Blumen zu verkaufen und zu kaufen», so die brasilianische Reporterin Glória Maria in einer Reportage über die Schweiz. Dann steht die 66-Jährige mitten im Selbstbedienungsblumenfeld von Ernst Leibundgut. Das Feld liegt zwar in Altstätten SG auf der Strasse nach Kriessern und nicht in Appenzell, das sei den Brasilianern aber verziehen.

Weder überwacht noch eingezäunt

Die Reporterin lässt es sich nicht nehmen, ihren Zuschauern genau zu erklären, wie denn so ein Selbstbedienungsblumenfeld funktioniert. Und so macht sie es gleich selber vor, offenbar überrascht darüber, dass das Feld nicht bewacht wird und hier jeder ungeniert seine Blumen selber schneiden darf.

Nachdem sie sich eine Lilie ausgesucht hat und abgeschnitten hat, geht es ans Bezahlen. Auch das ist laut Glória Maria keine Hexerei. Hier offenbart sich für die Brasilianer ein weiteres Kuriosum: Die Kasse ist unbewacht und die Leute bezahlen trotzdem für ihre Blumen. Die Reporterin tut es ihnen gleich und wirft das Münz für die Blumen ins Kässeli, das am Stand montiert ist.

«Und fertig. Jetzt kann ich meine Lilien mit nach Hause nehmen und in eine Vase stellen. So einfach ist das, so läuft es in der Schweiz», resümiert die Reporterin.

Gute Erfahrungen

Die Reisereportage über die Schweiz hat mehrere Teile und wurde von Globo Repórter gedreht und laut rheintaler.ch Ende Oktober 2015 ausgestrahlt. Globo ist das grösste brasilianische und lateinamerikanische TV-Netzwerk und hat täglich über 100 Millionen Zuschauer.

Blumenfeldbesitzer Ernst Leibundgut ist überrascht, dass sein Feld offenbar solch eine Sensation ist und freut sich: «Mal abwarten, ob sich dadurch auch mein Umsatz steigert», sagt er mit einem Augenzwinkern.

Bisher habe er mit dem Feld gute Erfahrungen gemacht. Das Feld gebe es schon lange, wurde laut dem 32-Jährige aber bisher erst einmal von Unbekannten geleert. «Es gibt immer wieder Leute, die weniger bezahlen, aber auch solche, die mehr bezahlen.» Am Ende gleiche sich das aus.

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