Aktualisiert 20.07.2017 21:52

Wildwest im Thai-FussballBrasilianischer Stürmer wird blutig geschlagen

Thailand ist bekannt für seinen Nationalsport Thai-Boxen. Doch auch in der höchsten Fussballliga des Landes geht es ordentlich zur Sache.

von
mal

Wilder Westen im thailändischen Fussball. (Video: Tamedia/Youtube)

In der Thai League, der höchsten Fussballliga im südostasiatischen Land, in der auch der ehemalige Schweizer U17-Weltmeister Charyl Chappuis (bei Muang Thong United) engagiert ist, kam es am jüngsten Spieltag zu einem Eklat. Ein brasilianischer Stürmer, der gegnerische Manager sowie ein Ordner gerieten sich massiv in die Haare.

Nach dem Griff zur Wasserflasche artete es aus

Bei der Partie zwischen dem FC Ratchaburi und dem FC Chonburi (5:1) wurde Chonburis Thiago Cunha kurz vor der Pause wegen einer Unsportlichkeit vom Platz gestellt. In der Halbzeit wollte der 32-jährige Brasilianer mit den Schiedsrichtern nochmals über seinen Ausschluss sprechen. Dies passte Ratchaburis Manager Tanawat Nitikanchana überhaupt nicht, was er den Unparteiischen auch gestenreich mitteilte.

Die Reaktion von Thiago Cunha: Er spritzte Nitikanchana mit der Wasserflasche ins Gesicht. Dafür wiederum hatte dieser überhaupt kein Verständnis und schlug dem Chonburi-Star auf den Kopf. Da griff Thiago Cunha erneut zur Wasserflasche und spritzte seine Kontrahenten an.

Anschliessend artete es komplett aus. Ein Ordner verlor die Beherrschung und schlug Thiago Cunha die Faust mitten ins Gesicht. Dieser zog sich dabei eine Wunde zu, die später mit sechs Stichen genäht werden musste. Nun tickte der Brasilianer völlig aus, es kam zu tumultartigen Szenen. Mit blutüberströmtem Gesicht jagte er seinen inzwischen fliehenden Angreifer der ganzen Seitenlinie entlang und stiess dabei auch noch einen Stewart um, der ihn aufhalten wollte.

Der schlagende Manager ist bereits zurückgetreten

Erst allmählich beruhigte sich die Szenerie, eine zwischenzeitlich drohende Massenkeilerei konnte gerade noch knapp abgewendet werden. Der Wildwest-Vorfall blieb nicht ohne Konsequenzen. Ratchaburi-Manager Nitikanchana ist von seinem Amt zurückgetreten. Dieses hätte er ohnehin nicht mehr ausüben können, gemäss einem Bericht des thailändischen Onlineportals «Der Farang» wurde er vom thailändischen Fussballverband für drei Monate gesperrt und darf in dieser Zeit auch kein Fussballstadion mehr betreten.

Zudem muss Nitikanchana eine Busse von 60'000 Baht (rund 1700 Franken) bezahlen. Zur Kasse gebeten wurde mit einer Strafe von 100'000 Baht (rund 2800 Franken) auch das Heimteam FC Ratchaburi. FC Chonburis Thiago Cunha wurde für fünf Spiele gesperrt und zu einer Busse von 50'000 Baht (rund 1400 Franken) verdonnert.

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