Robinhos Zauber gegen Italien: Brasilien besiegt den Weltmeister 2:0
Aktualisiert

Robinhos Zauber gegen ItalienBrasilien besiegt den Weltmeister 2:0

Neun WM-Titel haben die beiden Equipen gewonnen. Mehr Renommee hat der Weltfussball derzeit nicht zu bieten. Die Würdenträger enttäuschten die 65 000 Zuschauer im Emirates Stadium nicht. Ohne jegliche Zurückhaltung, mit Speed, Tricks und Intensität, in der zweiten Hälfte zuweilen gar gehässig, bekämpften sich die alten Rivalen.

«Das ist keine Exhibition», hatte Marcello Lippi schon vor dem prestigeträchtigen Duell des Weltmeisters Italien mit dem Vorgänger von 2002 betont. Er behielt Recht. Und zum Ärger des Weltmeister-Coachs verlor die Squadra unter seiner Leitung erstmals wieder nach 31 Spielen und dem 0:1 gegen Slowenien im Herbst 2004; der «Weltrekord» war somit kein (mediales) Thema mehr.

Ungewohnte Schwächen offenbarte Italiens Defensive. In 27 Minuten handelten sich die Azzurri gleich viele Tore ein wie zuvor in vier Spielen der WM-Qualifikation. Beim 0:1 düpierte Robinho die Abwehr mit einem smarten Absatzpass - Elano, der Klubkollege von Manchester City, schloss souverän ab.

Den zweiten Gegentreffer verschuldete Pirlo auf dilettantische Weise. Unbedarft wie ein Rookie liess sich der Milan-Stratege vor dem eigenen Strafraum den Ball von Robinho abnehmen. Der brillante Stürmer war nicht mehr zu stoppen und trickste auch die übrigen zwei italienischen Gegenspieler aus. Für Nationalcoach Carlos Dunga kam Robinhos Gala gegen Italien im richtigen Moment. In der Heimat formierten sich nach zwei torlosen Remis gegen Bolivien und Kolumbien bereits wieder unzählige Kritiker.

Marcello Lippi reagierte in der Pause. Mit dem überraschend nicht von Beginn weg nominierten Bayern-Star Toni, Camoranesi, Rossi und Perrotta ersetzte der «CT» praktisch die gesamte Offensiv-Abteilung. Von einer Wende war Italien gleichwohl weit entfernt.

Die besten Szenen beanspruchte Toni. Das vermeintliche 1:2 aberkannte der englische Referee wegen Hands, acht Minuten vor Schluss wehrte Inter-Keeper Julio Cesar einen Schrägschuss Tonis exzellent ab. In der Startphase beklagte Grosso das Pech, dass der Schiedsrichter-Assistent in der 4. Minute vor dem 1:0 (fälschlicherweise) eine Offside-Position anzeigte.

Italien - Brasilien 0:2 (0:2)

Emirates Stadium, London. - 65 000 Zuschauer. - SR Webb (Eng).

Tore: 13. Elano 0:1. 27. Robinho 0:2.

Italien: Buffon; Zambrotta, Cannavaro, Legrottaglie, Grosso; Montolivo (46. Camoranesi), De Rossi (58. Aquilani), Pirlo (75. Dossena); Pepe (46. Toni), Gilardino (46. Rossi), Di Natale (46. Perrotta).

Brasilien: Julio Cesar; Maicon, Juan (78. Thiago Silva), Lucio, Marcelo; Elano (69. Daniel Alves), Gilberto Silva (89. Josué), Felipe Melo; Ronaldinho; Adriano (81. Pato), Robinho (89. Julio Baptista).

Bemerkungen: Italien ohne Gattuso (verletzt), Brasilien ohne Kaká, Luis Fabiano (beide verletzt), Amauri (keine Freigabe von Juventus). 4. Tor von Grosso wegen Offsides annulliert. 64. Tor von Toni wegen Hands annulliert. Verwarnungen: 66. Perrotta (Foul), 67. Grosso (Reklamieren), 77. Zambrotta (Foul). (si)

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