Brasilien: Hilfe für 50 Millionen Arme

Aktualisiert

Brasilien: Hilfe für 50 Millionen Arme

Mit einem neuen Sozialprogramm will Brasilien bis 2006 die Lebensumstände von 50 Millionen in extremer Armut lebenden Menschen verbessern.

Das Projekt «Bolsa Familia» (Familien- Stipendium) wurde am Montagabend in Brasilia offiziell eingeführt.

Es vereinigt alle bisher bestehenden Einkommenstransfer-Programme wie Schul- und Essengeld. «Der Krieg gegen den Hunger ist ein Krieg, den es sich zu führen lohnt», sagte Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva bei der Vorstellung des Programms in der brasilianischen Hauptstadt.

Für das Programm seien in diesem Jahr 4,3 und im nächsten 5,3 Milliarden Real (etwa 2,1 und 2,6 Mrd. Franken) aus der Staatskasse vorgesehen, hiess es. Die Weltbank will in den nächsten sechs Jahren insgesamt eine weitere Milliarde Dollar beisteuern.

Brasiliens Planungsminister Guido Mantega erklärte, von dem Projekt würden Familien mit einem Monatseinkommen unter 50 Real (etwa 26 Franken) profitieren. Sie würden einen monatliche Grundbetrag von 50 Real erhalten sowie weitere 15 Real für jedes Kind.

«Bis 2006 wollen wir mit dem Projekt alle 11,4 Millionen Familien oder rund 50 Millionen Menschen erreichen, die unter der Armutsgrenze leben,» sagte Mantega.

Die Begünstigten werden laut Präsident Lula allerdings einige Verpflichtungen eingehen müssen. Die Familien werden unter anderem ihre Kinder impfen lassen und regelmässig zur Schule schicken müssen. Zudem müssten sie, wenn nötig, an von der Regierung angebotenen Alphabetisierungs- und Weiterbildungsprogrammen teilnehmen. (sda)

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