Sparen: Brasilien legt Notstrumpf an
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SparenBrasilien legt Notstrumpf an

Die grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas will Geld für schlechte Zeiten zur Seite legen und schafft einen staatlichen Investmentfonds. Brasiliens Präsident Lula da Silva hat laut Finanzministerium die Einzahlung einer ersten Tranche von 4,3 Milliarden Euro angeordnet.

«Wir wollen öffentliches Sparen mit einem anti-zyklischen Ziel möglich machen», erklärte Vize-Finanzminister Cleber de Oliveira am Freitag. Die ersten Mittel werden demnach aus Ersparnissen entnommen, die sich 2008 angesammelt haben.

Die grösste Volkswirtschaft Lateinamerikas ist im zweiten Halbjahr um mehr als 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Dies hat dem Staat Rekordsteuereinnahmen und vor Zinsen einen Haushaltsüberschuss von 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts beschert.

Allerdings leidet Brasilien im weltweiten Konjunkturabschwung unter sinkenden Rohstoffexporten, und die Finanzkrise hat die Nachfrage der Konsumenten nach langlebigen Gütern wie Autos stark gedämpft. Bei einem fallenden Steueraufkommen sind zudem dringend nötige Infrastrukturprojekte gefährdet.

Mehrere Länder haben staatliche Investmentfonds eröffnet, darunter ölreiche Staaten wie Norwegen und Kuwait und exportstarke Länder wie China.

(sda)

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