Brasilien und Frankreich gemeinsam gegen Hunger

Aktualisiert

Brasilien und Frankreich gemeinsam gegen Hunger

Brasilien und Frankreich wollen sich für einen neuen Fonds zur Bekämpfung des Hungers in der Welt einsetzen.

Zur Speisung des Fonds soll auch eine Besteuerung von Finanztransaktionen sowie gewissen Waffenverkäufen geprüft werden.

Die Präsidenten Brasiliens und Frankreichs, Luiz Inácio Lula da Silva und Jacques Chirac, wollen eine Expertengruppe aus interessierten Ländern schaffen, die die Förderung innovativer Finanzquellen prüfen soll. Diese technische Arbeitsgruppe soll bis im September einen Bericht vorlegen. Geprüft werden sollen auch Möglichkeiten einer Finanzierung durch Private.

Gemeinsame Erklärung

In einer gemeinsamen Erklärung mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan und dem chilenischen Präsidenten Ricardo Lagos betonten Lula und Chirac am Freitag in Genf, dass die ärmsten Länder auf ausländische Finanzhilfe angewiesen seien. Nur so könne das Ziel der UNO, die Zahl der unterernährten Menschen bis 2015 zu halbieren, erreicht werden.

Die drei Staatschefs und Annan erinnerten daran, dass weltweit 1,1 Milliarden Menschen mit weniger als einem Dollar pro Tag um das Überleben kämpfen. Rund 840 Millionen Menschen leiden an Hunger.

Diskussion an UNO-Generalversammlung

Die Diskussion über neue Finanzierungsmöglichkeiten zur Verminderung von Hunger und Armut soll auch an dem «erweiterten Dialog» der G-8-Staaten mit Entwicklungsländern fortgesetzt werden. Lula hatte die Idee eines Fonds gegen Hunger sowie die Finanzierung durch die Besteuerung von Finanztransaktionen und Waffenverkäufen im vergangenen Juni am G-8-Gipfel in Evian vorgestellt.

Neue Finanzierungsmöglichkeiten sollen zudem an der nächsten UNO- Generalversammlung im September erörtert werden. Die Arbeitsgruppe soll auch prüfen, wie spezialisierte UNO-Organisationen, darunter die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), die Initiative ergänzen und Aktionen zur Bekämpfung von Hunger und Armut unterstützen können.

Fairer Handel

Die drei Staatschefs und der UNO-Generalsekretär erwarten ferner, dass die Gruppe der 20 Schwellen- und Entwicklungsländer (G- 20) eine positive Rolle bei der Schaffung eines multilateralen Handelssystems spielen, das allen Ländern Chancen bietet, heisst es in der Erklärung weiter.

Die Gruppe der G-20 bildete sich im vergangenen August im Rahmen der WTO-Verhandlungen unter Leitung Brasiliens. Sie verlangt vor allem, dass die Industriestaaten ihre massiven Agrarsubventionen abschaffen.

Die gemeinsame Erklärung fordert weiter die Regierungen auf, der «Weltallianz gegen Hunger und Armut» beizutreten. Eine Feier ist um 18.30 Uhr am UNO-Sitz in Genf geplant.

(sda)

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