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FussballBrasilien und Mexiko im Olympia-Final

Das Olympia-Gold der Fussballer geht entweder an Brasilien oder an Mexiko. Die Brasilianer bezwangen im Halbfinal Südkorea mit 3:0, die Mexikaner eliminierten Japan mit 3:1.

Die Brasilianer wurden ihrer Favoritenrolle im Old Trafford gerecht. Aufgestellt mit einer Mannschaft, die so zum Grossteil auch an der Heim-WM in zwei Jahren auflaufen dürfte, liessen sie den Südkoreanern im Halbfinal keine Chance. Wie bei den bisherigen vier Siegen im Turnierverlauf erzielten sie auch im Halbfinal drei Tore. Im Gegensatz zum 3:2 im Viertelfinal gegen Honduras konnten sie auch defensiv überzeugen - am Schluss stand hinten die Null.

Überragend agierte einmal mehr Neymar. Er war im Mittelfeld der «Seleção» omnipräsent und an allen Toren beteiligt. Das 1:0 in der 36. Minute initiierte er mit einer Balleroberung, den schnellen Gegenstoss verwertete dann Romulo. Bei den beiden Toren von Leandro Daimao (57./64.) trat Neymar vorbereitend in Aktion. Leandro Daimao gelang bereits gegen Honduras ein Doppelpack, sein Turniertotal beträgt nun bereits sechs Tore.

Die Südkoreaner starteten gut in die Partie, hatten nach zehn Minuten eine gute Chance, in Führung zu gehen, mussten sich dann aber mehr und mehr der brasilianischen Überlegenheit beugen. Auch wenn sie nicht um Gold spielen können, stellt der Halbfinaleinzug den grössten Erfolg der Nationalmannschaft seit 2002 dar. Damals beendeten die Südkoreaner die Heim-WM auf dem 4. Platz. Als Captain wichtiger Teil jener Mannschaft war Südkoreas jetziger Trainer Hong Myung Bo, der nun im Spiel gegen Japan auf Bronze hofft.

«El Tri» schreibt Geschichte

Brasiliens Finalgegner heisst Mexiko, dem Pierluigi Tami immer ausserordentliche Qualitäten attestiert hatte - der Coach der SFV-Equipe täuschte sich nicht. Im Duell mit Japan, das während der Gruppenphase den Top-Favoriten Spanien ausgeschaltet hatte, liessen sich die Zentralamerikaner auch von ihrem Fehlstart (0:1 nach zwölf Minuten) nicht irritieren. Fabian erzwang den Ausgleich und Oribe Peralta mit einem wunderbaren Schuss ins Lattenkreuz (66.) den endgültigen Umschwung.

Mit einem Absatztrick leitete der Matchwinner in der Nachspielzeit die mexikanische Torzugabe ein - gegen einen Herausforderer notabene, der zuvor in 360 Turnier-Minuten kein Gegentor hatte hinnehmen müssen. Für die «Federación Mexicana» ist der erstmalige Vorstoss ins Endspiel von Olympia höher zu gewichten als die beiden WM-Viertelfinal-Teilnahmen 1970 und 1986 im eigenen Land.

Der Coup von London mit nur einem Ausland-Professional ist das Ergebnis einer jahrelangen Aufbauarbeit, die mit dem Junioren-Projekt des SFV zu vergleichen ist. Nur ist das Reservoir massiv grösser: In Mexiko spielen nach Angaben der Fifa über 8,4 Millionen regelmässig Fussball. Die gezielte Förderung zahlt sich aus. Innerhalb von sieben Jahren resultierten zwei U17-WM-Titel - zuletzt 2011. Die U20 reihte sich auf höchstem Niveau ebenfalls unter den Top 3 ein.

(si)

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