Aktualisiert 13.02.2009 11:32

Messer-AttackeBrasiliens Präsident fordert volle Aufklärung

Eine südamerikanische Zeitung schreibt nun, die Polizei habe sich beim Opfer für die schlechte Behandlung entschuldigt. Nun meldet sich offenbar der brasilianische Staatspräsident Lula zu Wort. Die Polizei informiert um 14 Uhr über die Ermittlungen. 20 Minuten Online ist live dabei.

Die Gerüchteküche um die angebliche Neonazi-Attacke brodelt weiter: Wie die Onlineausgabe der brasilianischen Zeitung «O Globo» berichtet, habe die Stadtpolizei Zürich Fehler bei der Behandlung der 26-jährigen Brasilianerin eingeräumt. Zwei Polizeibeamtinnen hätten das Opfer am Donnerstag im Spital aufgesucht und sich bei ihr «für die Art der widerfahrenen Behandlung entschuldigt». Brasilianische Medien berichten weiter, nur zwei männliche Polizisten - aber keine Frau - hätten sich nach dem Überfall um die zerschundene und unter Schock stehende Frau gekümmert. Dabei hätte ein Beamter der Brasilianerin unterstellt, sie habe sich die Verletzungen selbst zugefügt und habe mit einem Verfahren gedroht.

Brasilianischer Präsident greift ein

Ganz Brasilien ist empört über die angeblich schlechte Behandlung ihrer Landsfrau. Nun greift sogar Staatspräsident Luiz da Silva in die Ermittlungen ein. Er ist in Brasilien vor die Medien getreten. Dabei forderte er eine lückenlose Aufklärung des Falles. Man könne nicht akzeptieren, was der Brasilianerin in der Schweiz wiederfahren ist. Ausländer würden in Brasilien nicht so behandelt. Dies berichtet die Zeitung «O Globo». Man erwäge sogar das UNO-Hochkomissariat für Menschenrechte einzuschalten.

Demo in Zürich geplant

Die Empörung in Brasilien über den Fall der 26-jährigen Juristin ist auch in der brasilianischen Gemeinde in der Schweiz zu spüren. Diese will nächste Woche eine Demo gegen rassistische Gewalt in Zürich organisieren.

Was am Bahnhof Zürich-Stettbach wirklich vorgefallen ist, ist nach wie vor unklar. Die Zeitung «News» hat aus gut unterrichteten Behördenkreisen erfahren, dass die Stadtpolizei Zürich die Schwangerschaft und die Attacke als Ganzes anzweifle.

Pressekonferenz um 14 Uhr

Die Polizei will zu den laufenden Ermittlungen vorläufig keine Stellung nehmen. «Zur Zeit finden diverse Sitzungen statt», sagte eine Polizeisprecherin zu 20 Minuten Online.

Um 14 Uhr hält die Stadtpolizei Zürich eine Pressekonferenz ab. Erste Untersuchungsergebnisse der Polizei und des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich zum ungeklärten Vorfall am Bahnhof Stettbach werden bekannt gegeben.

Die Situation ist insbesondere verworren, da der Fall mittlerweile auch auf politischer Ebene für Zündstoff sorgt. Bereits wurde der Schweizer Botschafter in Brasilien ins Aussenministerium zitiert. Das Eidgenössische Departement des Äusseren EDA gibt auch nach mehrmaligem Nachfragen keine Stellungnahme ab.

(am/ann)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.