Aktualisiert 13.07.2014 17:22

Rücktritt

Brasiliens Sündenbock Fred hat genug

Während Brasiliens WM-Spielen wurde er jeweils ausgepfiffen, jetzt hat Stürmer Fred die Nase voll. Er tritt aus der Nationalmannschaft zurück.

«Für mich ist die Seleção erledigt», sagte Fred in einem Interview mit der Zeitung «Estado de São Paulo» auf die Frage, ob er sich noch als Teil der Nationalmannschaft sehe. Offenbar möchte er nicht mehr für sein Heimatland spielen.

Der Stürmer, am Confederations Cup 2013 noch einer der Stars, war am vergangenen Dienstag in Belo Horizonte aufs Gröbste verhöhnt worden, als er beim Debakel im Halbfinal gegen Deutschland (1:7) in der 69. Minute ausgewechselt wurde. Im Spiel um Platz 3 gegen Holland sass er nur noch auf der Bank, die Fans pfiffen aber gleichwohl, als sein Gesicht auf den Grossbildschirmen auftauchte. Nun fürchtet er, zum neuen Barbosa Brasiliens zu werden. So hiess der Torhüter, den die Fans mitverantwortlich machten für die historische 1:2-Niederlage gegen Uruguay an der Heim-WM 1950.

«Wir sind zusammen gescheitert, und wir waren nicht gut in den letzten beiden Spielen. Es gibt keinen einzelnen Schuldigen», wehrte sich Fred dagegen, zum Sündenbock gemacht zu werden. Auf die Frage, warum nur er ausgebuht wurde, sagte er: «In Brasilien Buhrufe zu hören, ist normal. Das gehört dazu.» Bei seinem Klub Fluminense werde er jetzt um eine Auszeit bitten, um sich zu sammeln. (si)

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