Armeebotschaft 2018: «Braucht wirklich jeder Soldat eine Schutzweste?»
Aktualisiert

Armeebotschaft 2018«Braucht wirklich jeder Soldat eine Schutzweste?»

Für 377 Millionen Franken will das VBS alle Soldaten neu ausrüsten. Rund die Hälfte des Betrags ist für den ballistischen Körperschutz vorgesehen. Da kommen Fragen auf.

von
nag

Animation: So sieht die neue Ausrüstung der Schweizer Soldaten aus. Video: Tamedia/Bundesamt für Rüstung

Der Bundesrat will die Ausrüstung der Schweizer Armee für zwei Milliarden Franken modernisieren. Ein Schwerpunkt ist die Bekleidung und Ausrüstung der Truppe. Er beantragt, dafür 377 Millionen Franken zu investieren. Rund die Hälfte des Betrags – 199 Millionen Franken – ist für Schutzwesten für jeden der 100'000 Soldaten vorgesehen.

Die Schutzwesten hat die Rüstungsbehörde Armasuisse ausgetüftelt. Sie bestehen aus zwei verschiedenen Westen mit Taschen, in welche der Soldat oder die Soldatin Schutzplatten einschieben kann. Die Schutzplatten gibt es in zwei Ausführungen.

Mit den harten Platten wiegt die Schutzbekleidung über 10 Kilogramm und schränkt die Beweglichkeit des Trägers erheblich ein. Dafür sollen die harten Platten sogar einem Direktbeschuss aus Sturmgewehren widerstehen.

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Stabsadujtant Beat Burkhalter trägt die neue Ausrüstung anlässlich der Präsentation der Armeebotschaft 2018 in Thun. (20. März 2018)

Stabsadujtant Beat Burkhalter trägt die neue Ausrüstung anlässlich der Präsentation der Armeebotschaft 2018 in Thun. (20. März 2018)

Keystone/Peter Schneider
Rund 3000 Franken pro Soldat sind in der Armeebotschaft 2018 für die neue Montur reserviert.

Rund 3000 Franken pro Soldat sind in der Armeebotschaft 2018 für die neue Montur reserviert.

Keystone/Peter Schneider
Rund die Hälfte der beantragten 377 Millionen Franken für die Bekleidung und Ausrüstung verschlingt das Herzstück der neuen Kampfmontur, der ballistische Körperschutz.

Rund die Hälfte der beantragten 377 Millionen Franken für die Bekleidung und Ausrüstung verschlingt das Herzstück der neuen Kampfmontur, der ballistische Körperschutz.

Keystone/Peter Schneider

Ständeratskommission verlangt Auskunft über Schutzwesten

Nun hat sich die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerates (SiK) mit dem Rüstungsprogramm 2018 befasst. Fragen warf der Kredit für Schutzwesten auf.

Die SiK wolle wissen, «ob es wirklich für alle 100'000 Soldaten dicke und dünne Schutzplatten braucht», sagt Kommissionspräsident Josef Dittli (FDP). Bevor die Kommission in dieser Frage entscheidet, verlangt sie von Verteidigungsminister Guy Parmelin zusätzliche Auskünfte.

Die übrigen Rüstungsvorhaben seien weitgehend unbestritten, schreiben die Parlamentsdienste in einer Mitteilung vom Dienstag. Der Bundesrat will die Ausrüstung der Schweizer Armee für insgesamt zwei Milliarden Franken modernisieren. Mit der Armeebotschaft 2018 beantragt er ein Rüstungsprogramm im Umfang von 848 Millionen Franken, Rahmenkredite für das Armeematerial von 742 Millionen Franken sowie ein Immobilienprogramm von 463 Millionen Franken.

Die SiK beantragt ihrem Rat, den Gesamtkredit für das Immobilienprogramm VBS um 2,5 Millionen auf 460,5 Millionen Franken zu kürzen. Sie erachtet die Reserve für Kostenungenauigkeiten für ein Projekt als zu hoch.

Den Rahmenkredit für das Armeematerial und die Ausserdienststellung von nicht mehr benötigten Waffensystemen befürwortet die SiK einstimmig. Ausser Dienst stellen will der Bundesrat unter anderem 27 der noch vorhandenen 53 Tiger-Kampfflugzeuge. Die Kommission wird sich im April wieder mit dem Geschäft befassen. (nag/sda)

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