Kanton Obwalden: Braunbär trottet durch die Zentralschweiz

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Kanton ObwaldenBraunbär trottet durch die Zentralschweiz

Direkt über die Skipiste verlaufen die Spuren, die ein Leser-Reporter am Mittwoch fotografiert hat. Treibt sich ein Bär in der Melchsee-Frutt herum?

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tst
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Pascal Hofmann entdeckte am Mittwochmorgen ob der Stöckalp die Bärentatzen im Schnee.

Pascal Hofmann entdeckte am Mittwochmorgen ob der Stöckalp die Bärentatzen im Schnee.

Pascal Hofmann
Die Spuren führten vom Waldrand über die Skipiste und wieder in den Wald hinein.

Die Spuren führten vom Waldrand über die Skipiste und wieder in den Wald hinein.

Pascal Hofmann
Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass es sich dabei um den selben Bären handelt, der letztes Jahr in Engelberg gesichtet wurde.

Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass es sich dabei um den selben Bären handelt, der letztes Jahr in Engelberg gesichtet wurde.

Kantonspolizei Nidwalden

Die Spuren sind deutlich im Schnee zu erkennen. Leser-Reporter Pascal Hofmann hat sie am frühen Mittwochmorgen bei einer Skitour ob Stöckalp entdeckt. «Ich startet am Parkplatz bei der Talstation Stöckalp. Nach zehn Minuten entdeckte ich die Spuren im Schnee», sagt der 23-Jährige.

Die Saison des Skigebietes Melchsee-Frutt ist seit fast einem Monat beendet. «Die Spuren verlaufen direkt da, wo sonst die Skipiste ist. Sie sind vielleicht 500 Meter vom Parkplatz der Talstation entfernt.» Die Abdrücke im Schnee führten vom Waldrand über die Piste, wieder in den Wald hinein. «Ich bin der Spur aber nicht gefolgt.» Stattdessen habe er seine Tour fortgesetzt.

«Ich war ziemlich erstaunt»

Hofmann habe gleich an einen Bär gedacht. «Ich kann mir einfach nichts anderes vorstellen, das solche Spuren macht.» Angst habe er keine gehabt, als er die Spuren entdeckte. «Ich war ziemlich erstaunt, dass ich hier Bärenspuren sehe. Die Region ist schliesslich nicht bekannt für Bären.»

Gleicher Bär wie letztes Jahr

Im Kanton Obwalden hat man Kenntnis von einem Bären, der sich in der Region aufhält. «Bereits vor einer Woche ging eine entsprechende Meldung bei uns ein», sagt Cyrill Kesseli vom Amt für Wald und Landschaft des Kanton Obwalden auf Anfrage. «Der Bär kam via Uri nach Obwalden und hält sich nun vermutlich im Grenzgebiet der Kantone Nidwalden, Obwalden und Bern auf.»

In der Grenzregion Uri/Obwalden wurde der Bär einmal beobachtet. «Es handelt sich um einen Braunbären. Wir gehen davon aus, dass es sich dabei um den selben Bären handelt, der letzes Jahr in Engelberg gesichtet wurde.» Der Bär schlage eine ähnliche Route ein, wie das Tier im letzten Jahr. DNA-Spuren seien aber keine vorhanden. Kesseli: «Die Kantone werden die Route und das Verhalten des Bären weiterhin aufmerksam beobachten.»

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