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Brechdurchfall-Virus grassiert in Spitälern

Besonders betroffen sind das Kantonsspital Winterthur und das Universitätsspital Basel. Auch im Kanton Zug trat die Erkrankung im Kantonsspital und mehreren Heimen auf.

Im Kantonsspital Winterthur wurden bis Dienstagnachmittag rund 60 Patienten und 120 Mitarbeitende mit dem Virus angesteckt. Damit habe die Ansteckungskurve bei den Patienten klar abgenommen, teilte das Spital mit. Dank zusätzlicher Hygienemassnahmen werde auch ein Rückgang der Erkrankungen bei den Mitarbeitenden erwartet.

Auf Grund der angespannten Personalsituation nimmt die Chirurgische Klinik am Mittwoch keine stationären Patienten für Wahloperationen auf. Notfälle werden nach wie vor aufgenommen.

Das Virus wurde inzwischen genau bestimmt. Es handle sich um das so genannte Norovirus Genotyp 2, das in den vergangenen zwei Jahren in der Region bereits verschiedentlich aufgetreten sei, schreibt das KSW.

Erkrankung nicht gravierend

Die Lage etwas normalisiert hat sich im Universitätsspital Basel. Dort kämpft man bereits seit mehreren Wochen mit dem Virus. Bis Dienstagmorgen erkrankten über 70 Mitarbeitende und mehr als 30 Patienten, wie Andreas Widmer, Abteilungsleiter Spitalhygiene, auf Anfrage sagte.

Für die Betroffenen ist die hochansteckende Erkrankung glücklicherweise häufig nicht so gravierend. Sie leiden unter Erbrechen, Durchfall und leichtem Fieber. Das Hauptproblem sei der Personalausfall, sagte Widmer.

Das Typische an diesem Virus sei, dass es nicht wachse und im Labor durch keine heute möglichen Massnahmen zum Wachsen zu bringen sei, sagte Widmer weiter. Dies führe dazu, dass man es nicht richtig testen könne. Deshalb sei es schwierig, gezielt gegen das Virus vorzugehen.

Übertragen wird das Virus beim Erbrochenen durch die Luft und beim Durchfall durch Schmierinfektion, wie Widmer erklärte. Bei der Infekton durch die Luft sei höchstens ein Schutz durch eine Atemmaske möglich. Bei der Schmierinfektion könne man mit Desinfektionsmittel-Einsatz und veränderter Händehygiene viel erreichen.

Über 40 Fälle in Zug

Besondere Desinfektionsmassnahmen wurden auch im Zuger Kantonsspital, in der Klinik Adelheid in Unterägeri ZG sowie in zwei Altersheimen in Zug und Baar eingeleitet. Dort traten am vergangenen Wochenende ebenfalls gehäuft Fälle von akutem Brechdurchfall auf. Insgesamt waren über 40 Personen betroffen.

Das Virus wurde von einer Dialysepatientin ins Kantonsspital gebracht. Diese habe andere Patienten und das Pflegepersonal angesteckt, teilte der Kantonsärztliche Dienst mit. Mehrere der angesteckten Patienten hätten das Virus weiter in die betroffenen Heime gebracht.

(sda)

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