23.06.2015 22:15

Rudi Völler«Breel Embolo? Kenne ich nicht ...»

Am 15. Juli trifft Leverkusen in einem Freundschaftsspiel auf den FCB. Die Sportdirektoren Georg Heitz und Rudi Völler lieferten sich vorab schon ein freundschaftliches (Rede-)Duell.

von
ete

Die Sport-Direktoren Georg Heitz (FC Basel) und Rudi Völler (Bayer Leverkusen) beim Fussball-Talk. (Video: 20 Minuten)

Bei Rotblau ist man offenbar so erleichtert, dass man wieder Mundart sprechen kann, dass Remo Meister, Leiter Corporate Communications FC Basel, mit Georg Heitz munter auf Baseldyytsch drauflos schwätzt. Doch der FCB-Sport-Direktor schaltet rasch und auf Hochdeutsch um. Unter grossem Gelächter und zur Erleichterung seines Gastes aus Leverkusen. Völler: «Ich bin richtig erschrocken und habe mir gedacht: Wo sind die Untertitel hier?»

22 Tage vor dem Freundschaftsspiel zwischen dem FCB und Bayer trafen sich die beiden Sportdirektoren am Dienstag bei Bayer HealthCare in Basel zu einem freundschaftlichen (Rede-)Duell. Dabei erzählten die beiden Klub-Verantwortlichen über die rasante Entwicklung im Fussball, Scouting, die Notwendigkeit von Spielervermittlern und die Tendenz, dass nicht mehr nur die Spieler, sondern auch Trainer den Verlockungen eines Transfers unterliegen.

A propos Transfer

Der deutsche Weltmeister von 1990 plauderte bei der Gelegenheit auch über seinen jüngsten Coup: Völler verkaufte vor zwei Wochen den Schweizer Internationalen für 10 Millionen Euro an Favre-Klub Gladbach und macht 3,5 Millionen Euro Gewinn mit dem ehemaligen FCZ-Stürmer, nachdem Bayer Drmic vor einem Jahr für 6,5 Millionen von Nürnberg übernommen hatte. Völler erzählt, dass Drmic nicht so recht glücklich wurde in Leverkusen, obwohl man nach der Winterpause kurz gedacht habe, dass er die Kurve noch kratzt.

«Er passt besser zu der Spielweise der Gladbacher, die eher abwartend spielen und dann schnell umschalten», sagt Völler. «Wir sind nach wie vor überzeugt von seinen Fähigkeiten, sonst hätten wir ihn nicht verpflichtet und ich wäre bei den Verhandlungen mit Gladbach nicht so hart geblieben.»

Den Schweizer Internationalen ersetzt der Pillenklub mit einem anderen Schweizer.

Bayer sieht sich schon lange am Schweizer Markt um

«Wir hatten schon letztes Jahr Interesse an Admir Mehmedi. Jetzt haben wir ein wenig vom Abstieg der Freiburger profitiert. Die Art und Weise wie er spielt, passt gut zur Spielweise unseres Trainers Roger Schmidt. Mehmedi kann vorne alle Positionen spielen, hat einen guten Schuss, eine gute Technik und viel Leidenschaft. Ich bin sicher, er wird es gut machen bei uns.»

Leverkusen ist bekannt dafür, dass er sich regelmässig am Schweizer Mark umschaut und auch bedient. Tranquillo Barnetta, Pirmin Schwegler, Eren Derdiyok sind Beispiele. Mit Breel Embolo hat der FCB nun wieder ein Juwel in seinen Reihen. Ist Völler auch an ihm interessiert? Völler? «Wer?» Breel Embolo. Völler: «Wie heisst der?» Breel Embolo. Völler grinst von einem Ohr zum anderen: «Kenne ich nicht...»

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