Aktualisiert 29.04.2008 15:42

Bregenz: Bond-Dreh hat bereits begonnen

In Bregenz hat Hollywood schon mit der Arbeit angefangen – einen Tag vor dem geplanten Beginn. Für die Stadt ist der «Mythos Bond» ein Glücksfall, jubilieren die Verantwortlichen.

von
Philipp Dahm

Am Nachmittag des 29. April strahlt über der österreichischen Stadt Bregenz im Voralberg und über dem Bodensee die Sonne, am blauen Himmel ist keine Wolke zu sehen. Wohl deshalb – und um dem Ansturm an Zaungästen zuvorzukommen – hat das Bond-Filmteam bereits mit seiner Arbeit begonnen. Zuvor war 007-Darsteller Daniel Craig per Flieger im süddeutschen Friedrichshafen angekommen und hat sich nach Bregenz chauffieren lassen.

Dort freuen sich die Stadtväter über die immense Aufmerksamkeit. «Erst kamen vor allem Anfragen von Journalisten aus dem deutschsprachigen Raum, dann zog Resteuropa nach. Zuletzt hatte ich Kontakt zu spanischen Redaktoren», berichtet Eric Thiel vom Stadtmarketing Bregenz. «Der Dreh bedeutet einen sehr grossen Imagegewinn und wir hoffen, dass der Mythos Bond auf die Stadt ausstrahlt.»

Tourismusfaktor Bond

Bregenz wird voraussichtlich sechs bis zehn Minuten im Film zu sehen sein, so Thiel. «Mit einem Flughafen, den wir gar nicht haben. Diese Szenen sind in London in den Studios gedreht worden.» In der Stadt selbst steht die Bregenzer Seebühne im Focus, dessen Bühnenbild der Oper Tosca die Macher so sehr beeindruckt hat, dass Produzentin Barbara Broccoli mit den Worten zitiert wird: «Wenn wir alle Drehorte aus Kostengründen fallen lassen müssten, Bregenz wäre der letzte.»

«Die Seebühne, ein wunderschönes Gebäude, kann sich super präsentieren», fasst Thiel zusammen. Und auch in Zukunft will die Stadt von ihren berühmten Gästen profitieren. «Das Bond-Bühnenbild würden wir gerne behalten.» Dann bleibt Bregenz auch lange nach dem Dreh noch ein kleines Mekka für richtige Bond-Fans …

Schlafen bei Licht

In der Innenstadt des benachbarten Örtchens Feldkirch sind in der Nacht auf Mittwoch wegen Dreharbeiten mehrere Gassen unzugänglich. Die Bewohner der betroffenen Strassen haben nur in den Drehpausen Zugang zu ihren Wohnungen. Einige der Anrainer müssen den Filmemachern zuliebe das Licht brennen lassen. Ausserdem müssen sie von den Fenstern wegbleiben.

«Es ist einfach wichtig, dass in der Zeit des Drehs die Beleuchtung gleichbleibt und sich nichts verändert. Also Licht entweder an oder aus», erklärt Corina Dreher von der Feldkircher Werbe- und Tourismus GmbH.

Die zehn Wirte, die James Bonds wegen ihre Beizen um acht Uhr schliessen müssen, beschweren sich nicht. Die Feldkircher freuten sich einfach, «mittendrin» zu sein, so Dreher.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.