Porsche 911 Carrera 2 Speedster - Breit ist er noch exklusiver
Der Porsche 911 Carrera Speedster von 1993 im Turbo-Look ist in der breiten Version eine Seltenheit.

Der Porsche 911 Carrera Speedster von 1993 im Turbo-Look ist in der breiten Version eine Seltenheit.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.ch
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Porsche 911 Carrera 2 Speedster Breit ist er noch exklusiver

Der 911 Speedster auf Basis des G-Modells war ein Überraschungserfolg. Trotzdem kommt der Nachfolger auf 964-Basis spät und nur als Schmalversion. Die Breitvariante existiert zwar – es entstehen aber gerade mal 15 Exemplare.

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Bruno von Rotz

Der Speedster der Achtzigerjahre war von Beginn an ein Star und erzielte schon früh Preise oberhalb des Neupreises. Doch mit dem Platzen der Ferrari-Blase anfangs der Neunzigerjahre schrumpfte auch der Markt für andere, besondere neue Autos. Dass es also von der ab 1989 gefertigten Baureihe 964 einen Speedster geben würde, war mehr als unsicher. Doch schon im Juni 1990 kam er und verknüpfte das Speedster-Oberteil mit dem neuen 964-Unterbau als Turbo-Variante und damit als Breitversion.

Die grosse Ernüchterung

Dann kam die grosse Ernüchterung: Mit dem Ende der Ferrari-Hausse schwand auch der Markt für einen Kleinserien-Speedster. Die IAA 1991 ging vorbei, ein 964 Speedster wurde dort nicht vorgestellt. Dann kam er aber doch noch, am Pariser Autosalon 1992. Er war nun nicht mehr Turbo-breit, sondern basierte auf der normalen Karosserie des 964. Es musste gespart werden, schliesslich sollte der Speedster günstiger angeboten werden als inzwischen gebaute Cabriolet.

Der Porsche 911 Carrera Speedster von 1993 im Turbo-Look war 12 Zentimeter breiter als die serienmässige Schmalvariante.

Der Porsche 911 Carrera Speedster von 1993 im Turbo-Look war 12 Zentimeter breiter als die serienmässige Schmalvariante.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Die Windschutzscheibe war fest montiert und konnte nicht (wie beim Vorgänger) entfernt werden.

Die Windschutzscheibe war fest montiert und konnte nicht (wie beim Vorgänger) entfernt werden.

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Der Speedster war ein reiner Zweisitzer. Die Rückbank ist abgedeckt.

Der Speedster war ein reiner Zweisitzer. Die Rückbank ist abgedeckt.

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Die Euphorie war 1992 auch nicht mehr so gross wie beim Vorgänger. Speziell die lackierten Felgen sorgten für Diskussionen, zudem war die Frontscheibe nicht mehr demontierbar. Dass das Dach deutlich alltagstauglicher geworden war und sogar einer Dichtigkeitsprüfung mit künstlichem Regen problemlos trotzte, bemerkten die Journalisten und Journalistinnen vermutlich zunächst nicht.

Komfortsitze ohne Aufpreis

Es gab den 964 Speedster in fünf Standard-Farben: Indischrot, Grandprixweiss, Maritimblau, Speedgelb und Schwarz. Die serienmässigen Schalensitze, deren Rückseite in Wagenfarbe lackiert war, konnten ohne Aufpreis auch mit komfortableren Seriensitzen ersetzt werden. Viel Komfort wurde dennoch nicht geboten. Immerhin gab’s ABS, elektrische Fensterheber und ein Radio. Die Türen aber mussten mit Laschen zugezogen werden. Das Dach war immer schwarz, Doppel-Airbags nur auf Sonderwunsch lieferbar. Im März 1993 mussten für den nun 1350 kg schweren Carrera 2 Speedster 131’500 DM (CHF 118’900) bezahlt werden, rund 8400 DM weniger als für das Cabriolet.

Nur 931 Wagen

Etwa 260 km/h schnell war der 964 Speedster, den Sprint von 0 auf 100 km/h erledigte der 250 PS starke Wagen in 5,7 Sekunden. Technisch gab es kaum Unterschiede zum Carrera 2 auf 964-Basis. Wer sich den Speedster etwas komfortabler ausgestattet wünschte, konnte sich aus einer umfassenden Ausstattungsliste von Porsche bedienen. Das Dach war zwar besser als beim Vorgänger, aber es verlangte immer noch nach Aufmerksamkeit. Aber wer wollte den Speedster schon mit geschlossenem Dach fahren? Die Kunden und Kundinnen waren offenbar nicht so leicht zu überzeugen. Anstatt 2104 Exemplare wie beim Vorgänger, waren es beim 964 schlussendlich nur deren 931 Wagen, die zwischen Ende 1992 und Ende 1993 die Fabrik verliessen.

Die breite, super-exklusive Version

Wem die schmächtige Serienkarosserie des 964 Speedsters zu schmal war, dem konnte bei «Porsche Exclusive» für 16’269 DM geholfen werden. Speedster im Turbo-Look hiess diese zehn Zentimeter breitere Version und ihr Bau war nicht ganz trivial. Insgesamt 15 Fahrzeuge entstanden, die ersten zehn durch Aus- und Einschleusung der Karosserien in der normalen Produktionslinie, weitere fünf nachträglich bei Porsche Exclusive. Ausser breiteren Rädern und Kotflügeln waren die Unterschiede zwischen der Breit- und der Schmalvariante minimal. Auf die normalen Preislisten schaffte es die Breitvariante nie, so erfuhren wohl viele Kunden und Kundinnen nie von dieser Möglichkeit. Wer weiss, vielleicht hätte die aufgeblasene Version ja den Produktionszahlen des Speedsters Auftrieb gegeben, hätte man damals anders entschieden.

Einen ausführlichen Fahrbericht sowie viele weitere Bilder gibt es auf www.zwischengas.com

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