Aktualisiert 13.02.2009 16:43

«Es mangelt an Mut»Breite Front gegen neue AKWs

Die SP, die Grünen, die CSP und zahlreiche Umweltverbände drängen den Bund erneut, auf neue Atomkraftwerke zu verzichten. Die Technologien, um auf Atomstrom zu verzichten, existierten bereits heute. Dem Bund mangle es einzig am Mut, diese zu nutzen.

Nach Ansicht der Allianz «Nein zu neuen AKW» bremsen Atomkraftwerke den politischen Willen, Energie zu sparen und in erneuerbare Energien zu investieren. Dabei seien Atomkraftwerke gar nicht nötig: Die Stromversorgung der Schweiz sei auch ohne Atomstrom gewährleistet.

Sparsamer Umgang mit Strom

Bereits heute könne mit energieeffizienten Geräten der Stromverbrauch in der Schweiz bis zu einem Drittel gesenkt werden, sagte WWF-Geschäftsführer Hans-Peter Fricker am Freitag vor den Medien in Bern.

Dazu müssten ineffiziente Geräte verboten und strenge Grenzwerte eingeführt werden. Auch eine Lenkungsabgabe schaffe Anreize, um Strom zu sparen, sagte Fricker.

In erneuerbare Energie investieren

Neben dem effizienteren Einsatz der Energie vertraut die Allianz auf erneuerbare Energien. Sie geht davon aus, dass dank dieser bis 2035 ein jährlicher Stromüberschuss produziert werden kann.

Anstatt Gelder in Atomkraftwerke zu investieren, will die Anti- AKW-Allianz Geld in die umweltfreundliche Energieerzeugung stecken. Im Vordergrund stehen dabei die Wasser-, Windkraft- und Solarenergie.

Gleichzeitig machte Sophie Michaud Gigon von Pro Natura klar, dass der Bau der Anlagen nicht auf Kosten der Landschaft oder der Natur gehen darf. Nicht jedes Projekt zur Erzeugung von Strom sei automatisch geeignet.

Impulse für Wirtschaft

SP-Nationalrat und Gewerkschaftsbund-Präsident Paul Rechsteiner (SG) will mit der Förderung erneuerbarer Energien auch Wirtschaftspolitik betreiben. Die saubere Energiegewinnung habe das Potenzial, Jobs zu schaffen und die Wirtschaft anzkurbeln, sagte er vor den Medien.

Letztes Jahr hatten die drei Stromkonzerne Axpo, BKW und Alpiq drei Rahmenbewilligungsgesuche für den Bau neuer Atomkraftwerke eingereicht. Die Allianz «Nein zu neuen AKW» aus 32 Umweltverbänden und Parteien reagierte umgehend und kündigte an, gegen den Bau eines Atomkraftwerks das Referendum zu ergreifen. (sda)

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