Attentat in Norwegen: Breivik ergab sich der Polizei am Telefon
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Attentat in NorwegenBreivik ergab sich der Polizei am Telefon

Mit den Worten «Breivik. Kommandant. Operation ausgeführt und will sich Delta ergeben» meldete sich der norwegische Attentäter bei der Polizei. Eine Minute später wurde er festgenommen.

Hat sich selbst bei der Polizei gemeldet: Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik (links).

Hat sich selbst bei der Polizei gemeldet: Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik (links).

Der norwegische Attentäter hat sich nach dem Massaker auf der Insel Utøya mit 69 Toten telefonisch bei der Polizei ergeben. Laut Medienberichten rief der Rechtsradikale Anders Behring Breivik unmittelbar vor seiner Festnahme von seinem Handy eine Polizeinummer an.

Wie die Osloer Zeitung «VG» am Mittwoch unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, sagte der Attentäter: «Breivik. Kommandant. Organisiert in der antikommunistischen Widerstandsbewegung gegen die Islamisierung. Operation ausgeführt, und will sich Delta ergeben.»

Danach legte er nach den Medienangaben auf und wurde eine Minute später von Angehörigen der Polizei-Eliteeinheit Delta festgenommen. Demnach dauerte der Anruf nur drei Sekunden. Versuche der Polizei, den Anrufer wieder ans Telefon zu bekommen, seien fehlgeschlagen.

Anruf bestätigt

Der Osloer Polizeisprecher Henning Holtaas bestätigte, dass es einen Anruf von Breiviks Handy gab. Es könne aber noch nicht bestätigt werden, dass er tatsächlich selbst gesprochen habe. Den Bericht von «VG», wonach das Handy bisher nicht gefunden wurde, wollte Holtaas ebenso wenig kommentieren wie den angeblichen Inhalt des Gesprächs.

In zahlreichen norwegischen Städten und Dörfern waren am Mittwoch weitere Begräbnisse nach den beiden Anschläge vom 22. Juli geplant. Insgesamt waren 77 Menschen ums Leben gekommen, darunter acht durch eine von Breivik im Osloer Regierungsviertel platzierte Autobombe.

Blumensträusse weggeräumt

In der Nacht zum Mittwoch begannen Stadtangestellte mit der Räumung Abertausender Blumensträusse vor dem Osloer Dom und an zahlreichen anderen Plätzen der Innenstadt. Die zahllosen Trauergrüsse aus der Bevölkerung und auch von Kindern zum Zeichen der Verbundenheit mit den Terroropfern hinterlassene Stofftiere werden ebenfalls eingesammelt.

Norwegens Landesarchiv will alle Briefe und Gegenstände aufbewahren und möglicherweise später auch ausstellen. Die Blumen werden kompostiert.

(sda)

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