Aktualisiert 30.11.2011 09:20

Massaker in Norwegen

Breivik «gekränkt» nach Gutachten

Ein psychiatrisches Gutachten bezeichnet Anders Breivik als «unzurechnungsfähig». Der Massenmörder reagierte auf die Diagnose entrüstet – genauso wie einige Hinterbliebene der Opfer.

Anders Behring Breivik fühlt sich «gekränkt», weil zwei Rechtspsychiater ihn für unzurechnungsfähig erklärt haben. Der 32-Jährige habe mit einer entsprechenden Erklärung auf die Veröffentlichung eines Gutachtens reagiert, hiess es in Oslo.

Breivik habe nicht akzeptieren wollen, dass er wegen einer Psychose zum Tatzeitpunkt und danach als unzurechnungsfähig eingestuft worden sei, sagte der Polizeianwalt Christian Hatlo am Dienstagabend dem Radiosender NRK.

Psychiatrie statt Gefängnis

Nach dem psychiatrischen Gutachten gilt als wahrscheinlich, dass der Attentäter zum Abschluss des Gerichtsprozesses im Frühling auf Dauer in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen wird.

Der rechtsradikale Islamhasser hatte am 22. Juli bei zwei Anschlägen 77 Menschen getötet. Breivik begründet sein Verbrechen mit Hass auf Zuwanderer aus islamischen Ländern und auf die norwegischen Befürworter einer multikulturellen Gesellschaft.

Mehrere Hinterbliebene seiner Opfer sowie Überlebende der Anschläge äusserten sich in Osloer Medien enttäuscht, weil Breivik wahrscheinlich strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Sie verwiesen darauf, dass er seine Tat jahrelang systematisch vorbereitet habe. (sda)

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