Aktualisiert 14.11.2011 18:13

Massenmord-ProzessBreivik muss weiter in U-Haft bleiben

In Oslo wurde die Untersuchungshaft für den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik verlängert. Der Angeklagte wollte vor Gericht seine Tat erklären. Das Vorhaben scheiterte.

von
aeg

Der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss weitere zwölf Wochen in Untersuchungshaft verbringen. Das hat ein Gericht in Oslo am Montag entschieden und damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprochen. Breivik scheiterte zudem mit dem Versuch einer Erklärungsrede zur Tötung von 77 Menschen.

Der Richter unterbrach Breivik, als dieser versuchte, «eine Rede zu halten», wie die Nachrichtenagentur NTB aus dem Gerichtssaal berichtete.

Er habe sich vor Gericht als Führer einer Widerstandsbewegung dargestellt. Als er diese Bewegung, deren «Kommandeur» er sei, dann detailliert beschreiben wollte, unterbrach ihn der Richter und forderte ihn auf, bei der Sache zu bleiben.

«Er war hypnotisch - wie Hitler»

Bei dem Haftprüfungstermin soll über die Verlängerung der Untersuchungshaft mit weitgehenden Kontaktverboten für zwölf Wochen entschieden werden. Mehrere dutzend Angehörige der Opfer Breiviks sowie Medienvertreter waren anwesend. Der geständige Rechtsextremist trug einen dunklen Anzug, ein weisses Hemd und eine hellblaue Krawatte.

77 Tote beim Anschlag

Der 32-jährige Rechtsradikale und Islamhasser hatte am 22. Juli bei zwei Anschlägen auf der Insel Utøya und im Osloer Regierungsviertel 77 Menschen ermordet. Nach Angaben seiner Anwälte will er den Gerichtstermin nutzen, um die Motive für sein Verbrechen zu erklären.

Im Osloer Amtsgericht werden 170 Journalisten und zahlreiche Angehörige von Opfern sowie Überlebende der Anschläge als Zuhörer erwartet.

Prozessauftakt im April

Hinterbliebene hatten am Wochenende in einer gemeinsamen Erklärung gegen einen von Medien erzeugten «Zirkus» um Breivik protestiert. Der Prozessauftakt zu dem Massenmord ist für den 10. April 2012 geplant. Das Urteil soll im Sommer vor dem ersten Jahrestag der Anschläge fallen.

Bis Dezember wird ein rechtspsychiatrisches Gutachten zur Zurechnungsfähigkeit Breiviks erwartet. Der Täter ist geständig, bereut sein Verbrechen aber nicht. (aeg/sda/dapd)

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