Aktualisiert 30.05.2009 21:00

DFB-Pokalfinal

Bremen dank Özil zum sechsten Mal Cupsieger

Ein abgefälschter Schuss von Mesut Özil brachte Werder Bremen das Happy-End nach einer mehrheitlich enttäuschenden (Bundesliga-)Saison. Die Hanseaten schlugen im Cupfinal in Berlin Bayer Leverkusen 1:0.

Die entscheidende Aktion in der 58. Minute war für Werder (auch) eine Kette glückhafter Episoden. Der von Tranquillo Barnetta leicht touchierte Abschlag von Werders Torhüter Tim Wiese flog in die Füsse von Diego. Der Brasilianer, in seinem letzten Spiel für Werder, lancierte Mesut Özil, dessen Schuss aus halblinker Position unhaltbar für Bayer-Keeper René Adler in die nahe Ecke abgefälscht wurde.

Ausgerechnet dem 20-jährigen Özil, dem jüngsten Akteur auf dem Rasen, war dieser Treffer geglückt. Der türkisch-stämmige Mittelfeldspieler hatte nach der Niederlage im UEFA-Cup-Final vor zehn Tagen gegen Schachtjor Donezk zu den am heftigsten kritisierten Spielern von Werder gehört. Sein Tor im deutschen Cupfinal brachte seiner Equipe den verdienten Lohn. Die Bremer waren in diesem Final besser im Mittelfeld, gefährlicher im gegnerischen Strafraum und routinierter im gesamten Auftreten.

Werder in der Europa Liga

Durch den Triumph im Olympiastadion sicherte sich Werder die Teilnahme an der kommenden Europa League (bisher UEFA-Cup). Die in der Bundesliga mit dem schlechtesten Ergebnis in der zehnjährigen Ära von Trainer Thomas Schaaf abgeschlossene Saison (10. Platz) fand doch noch ein glückliches Bremer Ende. Die Norddeutschen schafften es, den Fünf-Jahres-Rhythmus beizuhalten. Nach 1994, 1999 und 2004 heisst der Cupsieger auch 2009 Werder Bremen.

Bayer Leverkusen konnte derweil die miserable Rückrunde in der Bundesliga, in der es auf Platz 9 abrutschte, nicht mit einem abschliessenden Triumph im K.o.-Wettbewerb vergessen machen. Wieder einmal verlor die Bayer-Truppe einen grossen Final, sie wartet seit nunmehr 16 Jahren auf einen Titel. Die Niederlage und das Verpassen des Europacups dürfte nachhaltige Konsequenzen haben. Der in Teilen des Vorstands wenig geschätzte Bruno Labbadia wird als Trainer wohl abgesetzt.

Bleibt Barnetta?

Weil zum zweiten Mal in Folge die Millionen aus dem internationalen Geschäft fehlen werden, könnten einige Spieler zum Verkauf angeboten werden. Zu diesen gehört vielleicht auch Tranquillo Barnetta, der ohnehin schon erklärt hatte, dass ihn eine neue Herausforderung in einer anderen Liga reizen würde. Nach einem Frühling, in dem er oft auf der Ersatzbank gesessen hatte, war der Schweizer immerhin im Cupfinal einer der besseren Akteure in einer schwachen Leverkusener Mannschaft. Mit einem Weitschuss aus 22 Metern verpasste Barnetta den Führungstreffer kurz nach der Pause nur knapp.

Deutschland. Cup. Final in Berlin:

Bayer Leverkusen - Werder Bremen 0:1 (0:0)

Olympia-Stadion Berlin - 74 244 Zuschauer (ausverkauft).

Tor: 58. Özil 0:1.

Bemerkung: Leverkusen mit Barnetta, ohne Schwegler.

(si)

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