Aktualisiert 05.10.2004 06:12

Bremer: Nie genügend US-Truppen im Irak

Der frühere US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, hat schwere Vorwürfe gegen das Pentagon erhoben. Es seien zu keiner Zeit ausreichend Bodentruppen entsendet worden, um den Irak nach dem Sturz Saddam Husseins zu befrieden.

Er sei am 6. Mai 2003 nach Bagdad gekommen und habe dort erschreckende Plünderungen und eine sehr unsichere Lage vorgefunden, sagte er am Montagabend vor Versicherungsmanagern in White Sulphur Springs. «Wir haben einen hohen Preis dafür bezahlt, dass wir die Gewalt nicht stoppen konnten. Dadurch wurde eine Atmosphäre der Gesetzlosigkeit geschaffen.» Bremer kehrte im Juni in die USA zurück, nachdem er die Souveränität an eine irakische Übergangsregierung zurückgegeben hatte.

Ähnliche Vorwürfe wie der Exstatthalter erhob auch der frühere Generalstabschef Eric Shinseki, allerdings schon im März 2003. Er forderte die Entsendung von mehreren Hunderttausend Soldaten, um das Land nach dem Krieg zu stabilisieren und einen Frieden zu sichern. Seine Einschätzung wurde damals von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und anderen Pentagon-Strategen energisch zurückgewiesen. (dapd)

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