Aktualisiert 03.11.2014 11:50

«SpaceShipTwo»Bremssystem wurde vorzeitig aktiviert

Nach dem Absturz der «SpaceShipTwo» in den USA gibt es einen ersten Hinweis: Das Fahrzeug sei zerbrochen, nachdem eine Bremsvorrichtung vorzeitig ausgelöst worden sei.

Nach dem Absturz des kommerziellen Raumflugzeugs «SpaceShipTwo» in den USA gibt es einen ersten Hinweis: Ein Bremssystem sei vorzeitig ausgelöst worden und das Fahrzeug auseinandergebrochen, teilte die US-Verkehrsbehörde NTSB am Sonntag (Ortszeit) mit.

Mit dem Spaceship will die Firma Virgin Galactic künftig einmal Touristen gegen Geld in den Weltraum und zurück bringen. Der Prototyp war am Freitag bei einem Testflug über der kalifornischen Mojave-Wüste abgestürzt. Der Kopilot kam ums Leben, der Pilot sprang mit dem Fallschirm ab und liegt verletzt im Krankenhaus.

Untersuchung dauert noch Monate

NTSB-Sprecher Christopher Hart sagte, die Absturzursache sei noch nicht geklärt – das könnte noch Monate dauern. Viele Aspekte würden untersucht, darunter auch, ob ein Pilotenfehler oder ein technisches Versagen zum Unglück führte.

Doch habe man festgestellt, dass das System zum Abbremsen des Flugzeugs zu früh aktiv gewesen sei. Das «Feathering» genannte System wurde speziell für das Spaceship konstruiert, um die Geschwindigkeit beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu drosseln. Es wird in zwei Schritten aktiviert: Der Pilot gibt es frei, dann fahren bei einer bestimmten Geschwindigkeit Schwenkarme aus und wirken wie ein Ruder.

Nach Harts Worten sollte das System erst bei einer Geschwindigkeit von 1000 Meilen pro Stunde aktiv werden – der 1,4-fachen Schallgeschwindigkeit. Tatsächlich griff es aber bereits bei einfacher Schallgeschwindigkeit, also bei Mach 1,0.

Für eine Viertel Million ins All

Hinter Virgin Galactic stehen der Milliardär Richard Branson und die Firma Aabar Investments PJS in Abu Dhabi. Sie wollen ihre künftigen Passagiere rund 100 Kilometer über die Erdoberfläche ins All transportieren. Pro Sitz sollen 250'000 Dollar (gut 200000 Euro) fällig werden. Seit Jahren arbeiten sie an der Entwicklung des Raumflugzeugs.

Der Absturz ereignete sich am Freitag, nachdem ein Trägerflugzeug das Spaceship für den Testflug in die Luft gebracht und ausgeklinkt hatte. Die Besatzung des Raumflugzeugs zündete ihren Raketenantrieb. Deshalb war zunächst über eine Explosion spekuliert worden. Doch sagte Hart, Tanks und Antriebe seien gefunden worden und wiesen keine Anzeichen von Fehlern auf. (sda)

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