Aktualisiert 18.12.2008 12:27

GerichtsentscheidBremsversagen: Volvo muss zahlen

Neun Jahre nach dem Unfalltod zweier Kinder im Elsass ist der schwedische Autobauer Volvo zu 200 000 Euro Bussgeld verurteilt worden, weil die Bremsen des Unfallfahrzeugs nicht korrekt funktionierten.

Das Berufungsgericht von Colmar bestätigte am Donnerstag ein entsprechendes Urteil der ersten Instanz. Die Unfallfahrerin bekam wegen Fehlverhaltens sechs Monate Haft auf Bewährung und verliert ihren Führerschein für ein Jahr.

Bei dem Fahrzeug, einem Volvo 850 TDI, hatte Experten zufolge der Bremskraftverstärker nicht richtig funktioniert. Der Hersteller habe das Risiko gekannt, aber auf einen allgemeinen Rückruf der Fahrzeuge in die Werkstätten verzichtet.

Die verurteilte Lehrerin hatte 1999 bei Wasselonne im Elsass zwei neun und zehn Jahre alte Kinder auf dem Weg zur Schule überfahren und getötet. Ein drittes wurde schwer verletzt. Die Frau gab an, die Bremsen hätten auf der abschüssigen Strecke nicht reagiert. Das Bremspedal sei «plötzlich hart» geworden.

«Das Wichtigste für meine Mandantin ist, dass die Schuld von Volvo nach einem jahrelangen Verfahren anerkannt wird», sagte ihr Anwalt Thierry Cahn.

Für den Prozess spielten technische Gutachten und Gegenexpertisen eine Rolle. Volvo hatte 1996 beim 850 TDI technische Änderungen wegen eines möglichen Defekts des Bremssystems eingeführt und die Werkstätten angewiesen, bei Routinekontrollen die Fahrzeuge auf einen Fehler zu überprüfen.

(sda)

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