Nahost: Brennende Moschee sorgt für böses Blut
Aktualisiert

NahostBrennende Moschee sorgt für böses Blut

Ein Brand in einer Moschee im Westjordanland hat die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis verschärft. Palästinenser gaben jüdischen Siedlern die Schuld an dem Brand.

Ein Palästinenser vor der niedergebrannten Moschee in Luban al-Scharkija.

Ein Palästinenser vor der niedergebrannten Moschee in Luban al-Scharkija.

Bei dem Feuer in der Moschee von Luban al-Scharkija nördlich von Ramallah wurde niemand verletzt. Einige Palästinenser sind sich sicher: Das waren israelische Siedler.

Die israelische Polizei nahm die Untersuchung des Vorfalls auf. Ermittler schlossen nicht aus, dass ein Kurzschluss das Feuer ausgelöst haben könnte. Die Moschee werde zur Zeit renoviert und Elektrokabel neu verlegt. In der Moschee seien anders als bei ähnlichen Vorfällen zuvor keine Graffiti in hebräischer Sprache an den Wänden gefunden worden.

Dagegen sagte der Bürgermeister des Ortes, dass Anwohner vor Ausbruch des Feuers ein Fahrzeug mit israelischem Kennzeichen gesehen hätten. Der Siedlerrat sprach von einer «grossen Schande», falls es sich um einen Brandanschlag von Siedlern handeln sollte. In der Nähe des Palästinenserdorfes befinden sich die israelischen Siedlungen Levona, Schilo und Eli.

Angriffe auf palästinensische Dörfer nehmen immer dann zu, wenn die israelische Regierung Schritte ankündigt, die die Siedler im Westjordanland als Bedrohung ihrer Existenz ansehen.

Am Montag traf der Nahost-Sondergesandte der USA, George Mitchell, in Israel ein, um zwischen Israelis und Palästinensern geplante Friedensgespräche in Gang zu bringen. Die Arabische Liga stimmte den Verhandlungen, die indirekt geführt werden sollen, am Samstag zu. (sda)

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