Aktualisiert 27.06.2019 06:50

Stadelhofen Zürich

Brezel-Held rettet Mann vor einfahrender S-Bahn

Brezelkönig-Geschäftsführer Valon Rufati hat einen Betrunkenen von den Gleisen beim Stadelhofen gerettet. Eine Leser-Reporterin ist beeindruckt von der Zivilcourage.

von
wed/maz
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Valon Rufati, Geschäftsführer des Brezelkönigs am Stadelhofen, hat am Dienstag einen betrunkenen Mann von den Gleisen gerettet.

Valon Rufati, Geschäftsführer des Brezelkönigs am Stadelhofen, hat am Dienstag einen betrunkenen Mann von den Gleisen gerettet.

Laut Rufati kommt es immer wieder zu solchen Vorfällen beim Stadelhofen: «Ich habe immer ein Auge auf die Gleise, wenn ich am Arbeiten bin.» Vor kurzem wollte gar ein junger Mann morgens um 4 Uhr auf den Gleisen schlafen.

Laut Rufati kommt es immer wieder zu solchen Vorfällen beim Stadelhofen: «Ich habe immer ein Auge auf die Gleise, wenn ich am Arbeiten bin.» Vor kurzem wollte gar ein junger Mann morgens um 4 Uhr auf den Gleisen schlafen.

Beinahe kam es am Dienstagmorgen zu einem schlimmen Vorfall beim Bahnhof Stadelhofen. «Ich wartete gegen 7 Uhr beim Perron auf die Einfahrt der S6 nach Baden, als plötzlich ein offensichtlich betrunkener Mann auf die Gleise steigen wollte», erzählt eine Leser-Reporterin.

Sie habe einen Schrei gehört und ein Mitarbeiter des Brezelkönig-Stands sei zum Mann gerannt und habe ihn weggezogen. Wenige Sekunden später fuhr die S-Bahn ein. «Ich bin mir sicher, dass der Mann jetzt tot wäre, wenn der Brezelkönig-Mitarbeiter nicht eingegriffen hätte. Das ist vorbildliche Zivilvourage.»

«Ich habe immer ein Auge auf die Gleise»

Beim Helden handelt es sich um Valon Rufati, Geschäftsführer des Brezelkönigs am Stadelhofen. «Ich bediente gerade einen Kunden, als ich sah, wie der Mann zu den Gleisen runtersteigt.» Er sei sofort hingerannt und habe ihn gepackt. «Er wollte eine leuchtende SBB-Jacke von den Gleisen holen, weil die ihm so gefallen hat», so Rufati. Er habe den Mann dann mit einer Zigarette von den Gleisen weggelockt.

Laut Rufati kommt es immer wieder zu solchen Vorfällen beim Stadelhofen: «Ich habe immer ein Auge auf die Gleise, wenn ich am Arbeiten bin.» Vor kurzem wollte gar ein junger Mann morgens um 4 Uhr auf den Gleisen schlafen. Aber auch der Mann, den Rufati gerettet hat, ist kein Unbekannter: «Mein Vorgänger musste ihn im Dezember schon mal von den Gleisen holen, er ist oft hier beim Stadelhofen – meistens sehr stark betrunken.»

«Man begibt sich selber in Lebensgefahr»

Auch als 20 Minuten vor Ort mit Rufati spricht, taucht derselbe Mann plötzlich auf – morgens um 10 Uhr, stark alkoholisiert und mit einer Flasche Schnaps in der Hand. Sprechen konnte er nicht mehr richtig. «Ich hoffe, dass so was nicht so schnell wieder passiert. Ich habe Angst, dass er mal auf die Gleise springt, wenn niemand vor Ort ist, um ihn zu retten», so Rufati.

Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei Zürich, hält Rufatis Eingreifen für mutig. Er warnt aber davor, blindlings auf die Gleise zu rennen: «Besonders an einem stark frequentierten Bahnhof wie dem Stadelhofen begibt man sich sonst selber in Lebensgefahr.»

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