Champions-League-Hit: Bricht Fink den Bayern-Ehrenkodex?
Aktualisiert

Champions-League-HitBricht Fink den Bayern-Ehrenkodex?

Wieder einmal geht der FCB als krasser Aussenseiter in ein Spiel. Doch wenn die Mannschaft einen super Tag hat, kann für Trainer Fink auch eine Überraschung drin liegen.

von
Eva Tedesco
Manchester

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz zur Wiesn-Zeit: Während des Münchner Oktoberfestes verliert der FC Bayern nicht – und auch kein ehemaliger Bayern-Profi. Sich an den Ehrenkodex zu halten, wird für den ehemaligen Bayern-Profi und heutigen FCB-Trainer Thorsten Fink ein schwieriges Unterfangen, wenn sein FCB – der FC Basel – heute im «Theater der Träume» gegen Manchester United ran muss. Aber so realistisch ist auch der FCB-Coach: «Manchester ist klarer Favorit, wir der krasse Aussenseiter.» Der Vorteil für die Rotblauen – für einmal können sie ohne jeden Druck aufspielen.

Die gute Laune lässt sich der Deutsche nicht verderben und freut sich auf das Spiel gegen den englischen Traditionsklub. «Auch Manchester kann einen schlechten Tag haben», so Fink weiter, «und dann liegt für uns sicher etwas drin». Verstecken will sich der FCB gegen Manchester nicht, auch wenn die Engländer übermächtig erscheinen. «Wir dürfen uns nicht zu sehr in die Defensive drängen lassen, sonst kommen wir unter die Räder.

Der Evergreen von Fink

Davon kann Fink ein Liedchen singen, das für ihn fast schon zum Evergreen geworden ist. Fink war mittendrin im Geschehen, als die Bayern 1999 in der Champions League trotz einer 1:0-Führung noch in der Nachspielzeit den Match gegen Manchester vergeigten. Dabei hätte die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld schon 2:0 führen können, nachdem Mehmet Scholl den Pfosten und Carsten Jancker die Latte getroffen hatten. Und so kam es, dass Sheringham und Solskjaer dem deutschen FCB im «Theater der Träume» den schlimmsten Albtraum bereiteten.

«Trotzdem habe ich tolle Erinnerungen an dieses Spiel, denn auch aus Niederlagen nimmt man immer auch Stärke, auch für das Trainergeschäft, mit» so Fink. Er lässt nicht unerwähnt, dass er 2001 die Champions League auch noch gewonnen hat. «Wenn man gegen eine so tolle Mannschaft wie Manchester mal nicht aufpasst, hat man das Spiel verloren». Das will der FCB weitgehend vermeiden und dafür auch minimale Chancen nutzen. Fink: «Vielleicht lässt sich für uns etwas über die Flügel oder bei Kontern machen.»

Manchester kann sich keine Niederlage leisten

Wie am 12. März 2003 dem FCB in der Zwischenrunde der Champions League, wo die Mannschaft von Christian Gross einer B-Elf Manchesters ein 1:1-Remis abgetrotzt hat? Für Fink seien diese beiden Spiele nicht vergleichbar. Zu ungleich sind die Vorzeichen, zumal die «Red Devils» sich damals schon für die nächste Runde qualifiziert hatten. Nach dem 1:1-Remis im ersten Gruppenspiel gegen Benfica Lissabon müssen die Engländer aktuell gegen Basel zu Hause gewinnen. «Denn ein Aus in der Vorrunde kann sich Manchester United nicht leisten», sagt Fink. «Keine Mannschaft kann nur verteidigen, aber bei uns muss für eine Überraschung alles passen. Und dann brauchen wir auch noch Glück.»

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