Anschlag von Olten: Briefbombe war für AKW-Mann gedacht
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Anschlag von OltenBriefbombe war für AKW-Mann gedacht

Der Briefbomben-Anschlag in Olten galt nicht Swissnuclear. Die italienischen Anarchisten hatten es offenbar auf einen Kadermitarbeiter des AKW Mühlebergs abgesehen.

von
amc

Die Briefbombe an Swissnuclear war offenbar nicht für die AKW-Lobby gedacht, sondern sollte im AKW Mühleberg explodieren. Die explosive Sendung war an einen Kadermann des AKW adressiert, berichtet die «SonntagsZeitung». Die Betreiberfirma des AKW bat den Namen des Mitarbeiters nicht mitzuteilen. «Der Stromkonzern befürchtet Nachahumngstäter», schreibt die Zeitung.

Die anarchistische Gruppierung FAI - die sich zum Anschlag bekannte - hat den Brief wohl aus taktischen Gründen via Swissnuclear geschickt. Postsendungen an AKW werden strenger kontrolliert als diejenigen an Fach-, Arbeits- und Lobbygruppen. Nach dem Anschlag vom 31. März bei dem zwei Frauen verletzt wurden, gelten nun aber verstärkte Sicherheitsvorkehrungen. Die Post kontrolliert Sendunden an AKW- und ähnliche Betriebe genauer.

Verletzten Angestellten geht es besser

Die italienische Polizei hat in Italien Wohnungen von mutmasslichen FAI-Mitgliedern durchsucht, schreib die «SonntagsZeitung». Über den Stand der Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gab es keine neuen Informationen.

Nachdem eine der verletzten Frauen bereits kurze Zeit nach dem Anschlag das Spital verlassen konnte, geht es nun auch der zweiten Mitarbeiterin besser. Auch sie konnte das Spital verlassen. Sie hatte Verletzungen an Brust und Armen erlitten. Die Bundesanwaltschaft sagte an einer Medienkonferenz, dass sie nur aus Zufall überlebte. Gemäss dem Bundesstaatsanwalt «sollte die Bombe töten».

«Es bestand die Absicht zu töten»: Verfahrensleiter Carlo Bulletti an der Medienkonferenz der BA über die Briefbombe

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