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Briefe an das Christkind

Briefe mit Adressen wie «An den Weihnachtsmann am Nordpol» oder «an das Christkind, Sternenstrasse im Paradies», landen bei der Post nicht im Müll, sondern in Chiasso.

Dort versucht ein fünfköpfiges Team des Fundbüros, den Absender ausfindig zu machen und den Brief zu beantworten.

Die Post führt diese Aktion seit 1950 durch. Letztes Jahr gingen 14 644 Briefe mit Wünschen an das Christkind ein. Den weitaus grössten Anteil machten Briefe von Kindern aus der Romandie aus, gefolgt von Sendungen aus dem Tessin. Dann erst folgten Briefe von Kindern aus der deutschen Schweiz.

«Bern Bethlehem»

Auch heuer erhält jedes Kind als Antwort vom Christkind eine Weihnachtskarte und ein kleines Geschenk. Das Antwortcouvert ziert eine ausgewählte Pro-Juventute-Briefmarke mit dem Poststempel «Bern Bethlehem».

Der Sinn der Übung besteht darin, dass «der Weihnachtszauber möglichst lang in den Augen der Kinder funkelt», teilte die Post am Dienstag in einem Communiqué mit.

Intensive Recherche

Das Beantworten der Briefe ist teilweise mit einem grossen Aufwand verbunden. Wie soll der Weihnachtsmann beispielsweise einen «Kevin im 2. Stock» ausfindig machen?

Das Postteam recherchiert in solchen Fällen im elektronischen Telefonbuch, nimmt Rücksprachen bei den Poststellen, wo der Brief abgestempelt wurde, oder kontaktiert die örtlichen Briefträger.

Durchschnittlich jedes zehnte Schreiben beinhaltet jedoch derart wenige Hinweise auf den Absender, dass der Weihnachtsmann schweren Herzens auf eine Antwort verzichten muss. In den vergangenen drei Jahren betrug die Quote beantworteter Briefe rund 91 Prozent.

(sda)

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