Brigitte Bardot gegen alle und alles

Aktualisiert

Brigitte Bardot gegen alle und alles

Ein ehemaliges Sexsymbol kommentiert die französische Gesellschaft. Brigitte Bardots «Ein Ruf aus der Stille» ist ein Explosives Pamphlet.

Brigitte Bardot ist gegen alle und alles: Gegen Homosexuelle, gegen Frankreichs Linke, gegen Instant-Suppen und Fertig-Desserts, gegen Obdachlose, illegale Einwanderer und gegen die «Islamisierung» Frankreichs.

«Ein Ruf aus der Stille» heisst das jüngste Buch der französischen Schauspielerin und Tierschützerin. Obwohl das mehr als 200 Seiten lange Werk in Frankreich schon seit mehreren Monaten auf dem Markt ist, sorgt es dort nach wie vor für Aufsehen.

Die französische Menschenrechtsliga und die Bewegung gegen Rassismus und für die Freundschaft zwischen den Völkern (MRAP) hat gegen die Ex-Filmdiva Klage wegen Aufstachelung zum Rassenhass erhoben.

«Dieses Werk ist inakzeptabel. Das ist ein Aufruf zum Rassenhass, zur Diskriminierung und Gewalt», begründete die MRAP ihren Schritt gegen die Schauspielerin, die sich in ihrem Buch gegen das rituelle Schafschlachten zum islamischen Opferfest ereifert und von «unerträglichen» Praktiken spricht.

«Vollidioten» am Fernsehen

«BB», wie das einstige Sexsymbol genannt wurde, kritisiert vor allem die «Islamisierung» Frankreichs. «Seit 20 Jahren unterwerfen wir uns einer Infiltration aus dem Untergrund» schreibt Bardot und beklagt, dass die jungen Islamisten die Bevölkerung terrorisiere und dass «Mädchen vergewaltigt, auf Polizisten gespuckt und Pitbulls für den Angriff scharf gemacht» werden.

Als «explosives Pamphlet» bezeichneten einige französische Literaturkritiker denn auch das Buch, in dem die Schauspielerin eine Generalkritik an der dekadenten französischen Gesellschaft übt.

Dabei kommt weder Frankreichs Schule gut davon, die zu einem «Sammelpunkt für Aggressionen und Verderbtheit (...), Drogendealer jeder Couleur, künftiger Terroristengruppen, Massenverbraucher von Präservativen» geworden ist, noch das Fernsehen, das «Freizeitvergnügen der Armen im Geiste», das nur «Verlierer» und «Vollidioten» zu Wort kommen lässt.

Dunkle Gedanken einer vereinsamten Frau

Auch Homosexuellen kommen nicht ungeschoren davon - bis auf wenige Ausnahmen. «Die meisten meiner engen Freunde sind Homosexuelle und ich habe sie sehr gern. Aber sie bewahren ihre Würde, verzichten darauf, mit dem Hinterteil zu wackeln, oder den kleinen Finger zu heben und sich mit Eunuchenstimmen über die Bosheiten zu beklagen, die ihnen die degenerierten Heteros zufügen.»

Bardots Buch ist keine schonungslose Gesellschaftskritik, sondern eine Aneinanderreihung dunkler Gedanken einer vereinsamten Frau. Seit Jahren wohnt die 1934 in Paris geborene Schauspielerin in ihrem prächtigen Haus in Saint Tropez, wo sie völlig zurückgezogen mit ihren Tieren lebt, die sie vor dem Schicksal des Tierheimes bewahrt hat, und die sie ihre «Kinder» nennt.

In dem Werk kommt vor allem die Menschenfeindlichkeit der einst legendären Schauspielerin zum Ausdruck, aber auch das verzweifelte Suchen nach dem Sinn des Lebens, denn auf den letzten Seiten fragt sie: «Bestand der Erfolg im Leben darin, berühmt zu sein? Bestand er darin, vergöttert zu werden, anerkannt, umschwärmt? (...) Der Ruhm ist vergänglich, der Absturz unwiderruflich.»

(sda)

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