Keime: Brillenträger müssen jetzt ganz stark sein
Publiziert

KeimeBrillenträger müssen jetzt ganz stark sein

Brillen kommen unserem Gesicht so nah wie sonst kaum ein Gegenstand. Dabei sie sind laut neuer Studie voller Bakterien. Was das für die Gesundheit bedeutet.

von
fee
1 / 12
So sauber wie auf diesem Symbolbild sind Brillen so gut wie nie. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Hochschule Furtwangen. Alle 31 untersuchten Gestelle waren mit Bakterien verseucht.

So sauber wie auf diesem Symbolbild sind Brillen so gut wie nie. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Hochschule Furtwangen. Alle 31 untersuchten Gestelle waren mit Bakterien verseucht.

iStock/Rclassenlayouts
Am stärksten kontaminiert seien sie an Stellen mit direktem Hautkontakt wie den Ohrbügeln und dem Nasenpolster gewesen, so Studienleiter Markus Egert. Gemessener Spitzenwert waren 660'000 Bakterien/cm2 auf einem Nasenpolster. Die geringste Erregerdichte fand sich dagegen auf den Gläsern.

Am stärksten kontaminiert seien sie an Stellen mit direktem Hautkontakt wie den Ohrbügeln und dem Nasenpolster gewesen, so Studienleiter Markus Egert. Gemessener Spitzenwert waren 660'000 Bakterien/cm2 auf einem Nasenpolster. Die geringste Erregerdichte fand sich dagegen auf den Gläsern.

iStock/Nastasic
Am häufigsten identifizierten die Forscher Haut- und Schleimhautbakterien, vor allem der Gattung Staphylococcus. Dabei lag der Anteil an potentiell gesundheitsschädlichen Bakterien bei rund 60 Prozent. Diese können vor allem bei Menschen mit geschwächten Immunsystem problematisch sein.

Am häufigsten identifizierten die Forscher Haut- und Schleimhautbakterien, vor allem der Gattung Staphylococcus. Dabei lag der Anteil an potentiell gesundheitsschädlichen Bakterien bei rund 60 Prozent. Diese können vor allem bei Menschen mit geschwächten Immunsystem problematisch sein.

Hochschule Furtwangen/Theresa Mühlbauer

Zwei Drittel der Schweizer benötigen eine Sehhilfe. Von diesen ziehen rund 43 Prozent die Brille den Kontaktlinsen vor. Doch die ist nicht ganz unproblematisch. Wie Forscher der Hochschule Furtwangen im Fachjournal «Plos One» schreiben, tummeln sich auf dem Nasengestell jede Menge Bakterien.

Für die Studie hatte das Team um Mikrobiologe Markus Egert Proben von 31 Gestellen genommen – unter anderem vom Rahmen, den Nasenpolstern und den Gläsern. 21 Brillen stammten von Studierenden und Mitarbeitern der Hochschule, zehn von Bewohnern eines Altersheims.

Die Proben übertrugen sie dann auf ein Nährmedium, um die Bakterien wachsen zu lassen. So konnten die Forscher herausfinden, wo sich welche Art Keime in welcher Konzentration ansiedelt.

Harmlose und potenziell gefährliche Keime

Das Fazit von Egert und seinen Kollegen: «Alle untersuchten Brillen waren bakteriell besiedelt. Am stärksten an Stellen mit direktem Hautkontakt wie den Ohrbügeln und dem Nasenpolster.» Die geringste Erregerdichte fand sich dagegen auf den Gläsern, wie die Hochschule mitteilt. Gemessener Spitzenwert waren 660'000 Bakterien/cm2 auf einem Nasenpolster.

Am häufigsten identifizierten die Forscher Haut- und Schleimhautbakterien, vor allem der Gattung Staphylococcus. Dabei lag der Anteil an potenziell gesundheitsschädlichen Bakterien bei rund 60 Prozent. Diese Bakterien können vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem Krankheiten auslösen.

Weiter wurden auch Auslöser von Augenerkrankungen wie Bindehautentzündung oder Endophthalmitis (eine ernste Infektion, die häufig einen Verlust des Augenlichts zur Folge hat) gefunden. Von diesen Arten sind auch resistente Varianten bekannt.

Je älter der Träger, desto mehr Keime

Die Wissenschaftler stiessen noch auf einen weiteren Unterschied. So waren die Brillen älterer Menschen stärker verkeimt als die junger Leute. Dies gilt vor allem für die Gläser. Fanden sich auf jenen der teilnehmenden Studenten im Schnitt nur 40 Bakterien pro Quadratzentimeter, waren es bei den Senioren durchschnittlich 230 Bakterien pro Quadratzentimeter.

Eine mögliche Erklärung dafür: Die altersbedingte Sehschwäche der Seniorenheimbewohner fördert die Verkeimung der Gläser, weil sie diese seltener reinigen. Dies, weil ihnen Fingerabdrücke oder ähnliche Verschmutzungen auf den Gläsern weniger auffallen.

Wissen-Push

Abonnieren Sie in der 20-Minuten-App die Benachrichtigungen des Wissen-Kanals. Sie werden über bahnbrechende Erkenntnisse und Entdeckungen aus der Forschung, Erklärungen zu aktuellen Ereignissen und kuriose Nachrichten aus der weiten Welt der Wissenschaft informiert. Auch erhalten Sie Antworten auf Alltagsfragen und Tipps für ein besseres Leben.

Und so gehts: Installieren Sie die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippen Sie rechts oben auf das Menüsymbol, dann auf das Zahnrad. Wenn Sie dann nach oben wischen, können Sie die Benachrichtigungen für den Wissen-Kanal aktivieren.

Deine Meinung