Risiko nur ein Drittel so gross: Brillenträger sind besser vor Corona geschützt
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Risiko nur ein Drittel so grossBrillenträger sind besser vor Corona geschützt

Weil sich Brillenträger weniger in die Augen fassen, haben sie ein deutlich kleineres Risiko, am Coronavirus zu erkranken. Das legt eine indische Studie nahe.

von
Reto Heimann
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Wer eine Brille trägt, hat ein deutliche geringeres Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken.

Wer eine Brille trägt, hat ein deutliche geringeres Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken.

imago images/Rene Traut
«Sich mit kontaminierten Händen in die Augen zu fassen und sie zu reiben könnte eine wichtige Ansteckungsquelle sein», sagt eine indische Studie.

«Sich mit kontaminierten Händen in die Augen zu fassen und sie zu reiben könnte eine wichtige Ansteckungsquelle sein», sagt eine indische Studie.

imago images/Rene Traut
Grundsätzlich sind Infektionen über die Augen aber selten. 

Grundsätzlich sind Infektionen über die Augen aber selten.

imago images/Gottfried Czepluch

Darum gehts

  • Eine Infektion mit dem Coronavirus über die Augen ist extrem selten.

  • Trotzdem sind Brillenträger vor dem Virus besser geschützt.

  • Der Grund: Brillenträger reiben sich weniger die Augen – und reduzieren damit die Ansteckung über diesen Weg.

Das Coronavirus wird unter anderem über Nase, Mund und Augen übertragen. Seit Beginn der Pandemie raten Gesundheitsexperten deshalb, sich möglichst wenig ins eigene Gesicht zu fassen. Über mit dem Coronavirus kontaminierte Hände könnte das Virus ins Gesicht und von dort in den Körper gelangen.

Genau deshalb könnten Brillenträger ein geringeres Risiko haben, am Coronavirus zu erkranken. Das zumindest legt eine indische Studie nahe, wie «The New York Daily News» berichtet. Denn Brillenträger greifen sich deutlich weniger in die Augen als Menschen, die keine Brille tragen. Dementsprechend ist das Ansteckungsrisiko bei Brillenträgern nur ein Drittel so gross, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.

«Die eigene Nase oder den Mund zu berühren, wird signifikant reduziert, wenn man eine Maske trägt. Aber eine Maske zu tragen, schützt die Augen nicht», so die Studie. Wer hingegen für längere Zeit – das heisst der Studie gemäss während mindestens acht Stunden täglich – eine Brille trägt, verringert auch dieses Risiko.

«Wichtige Ansteckungsquelle»

«Sich mit kontaminierten Händen in die Augen zu fassen und sie zu reiben könnte eine wichtige Ansteckungsquelle sein», so die Autoren der Studie. Zwar sei eine direkte Infektion über die Augen «extrem selten», so die Forscher. Von den Augen könnten Infektions-Tröpfchen aber problemlos via Nase oder Mund in den Körper gelangen.

Gemäss der Studie berühren wir uns 23 Mal pro Stunde im Gesicht. Dreimal pro Stunde fassen wir uns zudem in die Augen. Die Studie wurde im Sommer 2020 in Indien durchgeführt. Die 304 Teilnehmer der Studie waren zwischen zehn und 80 Jahre alt und verspürten allesamt Corona-Symptome. 60 von ihnen waren regelmässige Brillenträger.

Bei der indischen Studie handelt es sich um eine Vorabstudie, die noch nicht publiziert ist. Vor der Publikation muss die Studie noch durch den sogenannten Peer-Review-Prozess. Das heisst, dass sie von anderen Forscherinnen und Forschern überprüft werden muss.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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