Kein Vorurteil: Brillenträger sind tatsächlich intelligenter
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Kein VorurteilBrillenträger sind tatsächlich intelligenter

Menschen mit Brille werden nicht nur als gescheiter wahrgenommen, sie sind es auch, wie eine Studie mit 300'000 Teilnehmern zeigt.

von
jcg
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Menschen, die über überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten verfügen, sind deutlich häufiger kurzsichtig. (Im Bild: Die Protagonisten der TV-Serie «The Big Bang Theory».)

Menschen, die über überdurchschnittliche kognitive Fähigkeiten verfügen, sind deutlich häufiger kurzsichtig. (Im Bild: Die Protagonisten der TV-Serie «The Big Bang Theory».)

CBS
Zu dieser Erkenntnis gelangten schottische Forscher nach der Auswertung der genetischen Daten von über 300'000 Personen. (Im Bild: Microsoft-Mitgründer Bill Gates.)

Zu dieser Erkenntnis gelangten schottische Forscher nach der Auswertung der genetischen Daten von über 300'000 Personen. (Im Bild: Microsoft-Mitgründer Bill Gates.)

epa/Andy Rain
Intelligente Menschen sind demnach um 32 Prozent eher kurzsichtig. Weitsichtigkeit kommt bei ihnen dagegen seltener vor als beim Durchschnitt. (Im Bild: Der verstorbene Astrophysiker Stephen Hawking)

Intelligente Menschen sind demnach um 32 Prozent eher kurzsichtig. Weitsichtigkeit kommt bei ihnen dagegen seltener vor als beim Durchschnitt. (Im Bild: Der verstorbene Astrophysiker Stephen Hawking)

Philip Toscano

Es gibt gute Nachrichten für Brillen- und Kontaktlinsenträger: Die Chancen stehen gut, dass sie überdurchschnittlich intelligent sind. Und zwar nicht, weil Brillenträger sich beim langen Lernen und Bücherlesen die Augen verdorben haben, sondern weil sie in den Genen so veranlagt sind.

Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Edinburgh. Sie haben in einer gross angelegten Studie untersucht, wie sich erbliche Anlagen auf die kognitiven Fähigkeiten auswirken. Das Team wertete dafür die Daten von 300'486 Personen im Alter von 16 bis 102 Jahren aus. Insgesamt wurden 148 Genorte, also die Positionen einzelner Gene innerhalb des Erbguts, analysiert, die mit kognitiven Fähigkeiten in Verbindung gebracht werden.

Eher kurzsichtig

Die Forscher fanden dabei Zusammenhänge zwischen kognitiven Fähigkeiten und einer Reihe von Gesundheitsfaktoren. Darunter die Beziehung von Intelligenz und Sehkraft. Das Ergebnis: Intelligente Menschen sind um 32 Prozent eher kurzsichtig. Weitsichtigkeit kommt bei ihnen dagegen seltener vor als beim Durchschnitt, wie die Forscher im Fachjournal «Nature» schreiben.

Auch verschiedene Gesundheitsprobleme sind bei intelligenten Menschen aufgrund ihrer genetischen Veranlagung seltener. Die Forscher nennen unter anderem Lungenkrebs, hoher Blutdruck, Herzattacken und Osteoarthrose. Auch das Depressionsrisiko ist kleiner.

Es gilt allerdings festzuhalten, dass es sich dabei um festgestellte Wechselbeziehungen handelt. Bessere kognitive Fähigkeiten bedeuten deshalb nicht, dass zum Beispiel das Risiko für einen Herzinfarkt grundsätzlich tiefer ist. Dass es einen Zusammenhang gibt, ist zwar sehr interessant, weshalb ein solcher besteht, ist allerdings nach wie vor unklar. Die Wissenschaftler wollen die gesammelten Kenntnisse nun zur weiteren Erforschung dieser Zusammenhänge nutzen.

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