Luzern - Bringen Parkgebühren für Töffs in der Stadt die gewünschte Wirkung?
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LuzernBringen Parkgebühren für Töffs in der Stadt die gewünschte Wirkung?

Die Stadt Luzern will in einem Pilotprojekt Parkgebühren für Motorräder erheben. So sollen flächeneffiziente Fahrzeuge gegenüber platzraubenden Autos in der City bevorzugt werden. Der Plan wird kontrovers diskutiert.

von
Martin Messmer
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Hier am Löwengraben in Luzern wird getestet, wie Parkgebühren für Töffs akzeptiert werden und wie man sie technisch am besten erheben kann.

Hier am Löwengraben in Luzern wird getestet, wie Parkgebühren für Töffs akzeptiert werden und wie man sie technisch am besten erheben kann.

Astrid Winiker
Konkret wird es 60 Rappen kosten, seinen Töff für eine Stunde lang abzustellen. Dieser Betrag wird zu jeder Tages- und Nachtzeit fällig. Die Gebühr wird am Löwengraben an einer digitalen Sammelparkuhr bezahlt, an der das Nummernschild des Töffs eingegeben werden muss.

Konkret wird es 60 Rappen kosten, seinen Töff für eine Stunde lang abzustellen. Dieser Betrag wird zu jeder Tages- und Nachtzeit fällig. Die Gebühr wird am Löwengraben an einer digitalen Sammelparkuhr bezahlt, an der das Nummernschild des Töffs eingegeben werden muss.

Astrid Winiker
Der Pilotversuch wird am Löwengraben am Rand der Altstadt durchgeführt: «Dieser Standort ist optimal, weil die Nachfrage nach Motoparkplätzen im Gebiet Altstadt sehr hoch ist und es in der Nähe des Löwengrabens keine weiteren Motoparkplätze gibt», schreibt die Stadt. Die übrigen Abstellplätze für Töffs in der Stadt Luzern bleiben während der Projektphase gebührenfrei.

Der Pilotversuch wird am Löwengraben am Rand der Altstadt durchgeführt: «Dieser Standort ist optimal, weil die Nachfrage nach Motoparkplätzen im Gebiet Altstadt sehr hoch ist und es in der Nähe des Löwengrabens keine weiteren Motoparkplätze gibt», schreibt die Stadt. Die übrigen Abstellplätze für Töffs in der Stadt Luzern bleiben während der Projektphase gebührenfrei.

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Darum gehts

  • Die Stadt Luzern will Parkplätze für Töffs bewirtschaften.

  • Das Hauptziel: Sie will den knappen Platz flächeneffizient nutzen. Auf einem bisherigen Autoparkplatz hätten fünf Töffs Platz.

  • Beim VCS unterstützt man es, dass die Stadt nun Parkgebühren für Motorräder erheben will.

  • Beim TCS hingegen lehnt man dies ab. Dort fürchtet man im Gegenteil, dass flächeneffiziente Kleinmotorräder und Roller benachteiligt würden.

In Luzern sollen Töfffahrer fürs Parkieren zahlen: 60 Rappen pro Stunde, rund um die Uhr. Zunächst ist dafür ein Pilotprojekt am Löwengraben geplant, Luzern ist damit Pionierstadt in der Schweiz. «Unser wichtigstes Ziel ist es, eine zukunftsfähige Mobilitäts- und Umweltpolitik damit umzusetzen. Wir haben das Problem, dass wir wenig Platz haben in der Stadt, und wollen den öffentlichen Raum zweckmässig flächeneffizient nutzen. Wenn wir zusätzlich die Umwelt schonen können und die Erreichbarkeit der Stadt verbessern, dann umso besser», sagte der zuständige Luzerner Stadtrat auf Anfrage von 20 Minuten. Die Stadt betonte in ihrer Mitteilung, auf einem Autoparkplatz hätten fünf Töffs Platz. Später will sie bis zu 300 Auto- in Töffparkplätze umwandeln.

VCS: «Wir begrüssen den Entscheid»

20 Minuten fragte nun bei den grossen beiden Verkehrsverbänden der Schweiz nach. Beim VCS Luzern sagte Geschäftsführer Dominik Hertach: «Wir begrüssen den Entscheid, in einem Pilotprojekt Parkgebühren für Töffs zu erheben. Wie alle Städte steht auch Luzern vor den Herausforderungen der Klimakrise und der steigenden Mobilität bei gleichbleibendem Platz. Beides lässt sich nur mit dem Umstieg auf flächeneffiziente und klimaschonende Verkehrsmittel bewältigen, also mit der Förderung des Fuss- und Veloverkehrs und des öffentlichen Verkehrs - zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs.» Parkgebühren für Töffs und Autos seien dabei ein wichtiger Hebel, um den «dringend notwendigen Wandel zu einer umweltfreundlicheren Mobilität weiter voranzutreiben», hiess es beim VCS weiter.

TCS: «Das verstehen wir nicht»

Beim TCS sieht man die Sache anders. Alexander Stadelmann, Geschäftsführer der TCS-Sektion Waldstätte, sagte auf Anfrage unter anderem: «Mit dem Erheben von Parkplatzgebühren für die flächeneffizienten Kleinmotorräder und Roller erfolgt nun eine klare Benachteiligung der Zweiradfahrer. Das verstehen wir nicht.» Und weiter argumentiert er etwa mit den Kosten für die geplante Umnutzung von Auto- zu Töffparkplätzen. Dieses Geld könne gespart werden, wenn auch Töffs wieder wie früher alle verfügbaren Zweiradparkplätze nutzen könnten, denn: «Freie Veloparkplätze gibt es in der Stadt zur Genüge.»

In unserem ersten Artikel zum Thema Parkplatzgebühren für Töffs zeigte sich ebenfalls, dass es ein sehr kontroverses Thema ist. An der Umfrage dazu beteiligten sich bis Montagnachmittag 16 Uhr fast 4800 Teilnehmer. Ein Grossteil ist nicht bereit, 60 Rappen zu bezahlen, um einen Töff eine Stunde lang parkieren zu können. Hier können Sie weiterhin an dieser Umfrage teilnehmen:

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