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#HoGeSa in BaselBringt rechtsextreme Band Krawalle in die Schweiz?

Das Konzert einer rechtsextremen und gewaltverherrlichenden Band soll die «Hooligans gegen Salafisten»-Bewegung in die Schweiz bringen. Experten sind beunruhigt.

Der Flyer für die umstrittene Veranstaltung. Der Auftritt der deutschen Band «Kategorie C» soll die rechtsextreme Schweizer Szene mobilisieren.

Der Flyer für die umstrittene Veranstaltung. Der Auftritt der deutschen Band «Kategorie C» soll die rechtsextreme Schweizer Szene mobilisieren.

Während die «Hooligans gegen Salafisten»-Krawalle (#HoGeSa) derzeit deutsche Städte in Alarmbereitschaft versetzen, blieb die Schweiz bisher von grösseren Ausschreitungen verschont. Dies könnte sich nun laut eines deutschen Medienberichts ändern.

Wie die «Zeit» berichtet, feiere die rechtsextreme Szene der Schweiz den «Mut der Deutschen» auf einschlägigen Foren. Es werde verkündet, dass nun endlich auch «die Schweiz erwacht». Der Startschuss für das Erwachen der Bewegung in der Schweiz sei schon festgesetzt: Das Geheimkonzert der rechtsextremen Band Kategorie C, welches am 15. November in der Nordwestschweiz stattfinden soll.

«Konzerte tragen zur Mobilisierung bei»

Der Veranstaltungsort ist noch immer geheim. Die Organisatoren geben an, diesen erst am Abend des Konzerts bekanntzugeben. Dies aus gutem Grund – diverse Auftritte der Band wurden in Deutschland verboten, unter anderem vom deutschen Verfassungsschutz. Die Band gilt als rassismus- und gewaltverherrlichend. In einem Lied finden sich etwa folgende Zeilen: «Deutschland, dein Trikot, das ist schwarz und weiss, doch leider auch die Farbe deiner Spieler.»

«Die Konzerte tragen zur Mobilisierung und zum Zusammenhalt der Szene bei, schaffen die Möglichkeit zum Kontakt und geben Gelegenheit zur Rekrutierung von Sympathisanten», schreibt der Bremer Verfassungsschutz in der Heimatstadt der Band. Diese gelte in Deutschland als musikalisches Bindeglied zwischen Rockern, Hooligans und Neonazis.

Beunruhigt sind auch Schweizer Experten. «Das gefährliche an HoGeSa ist, dass dabei drei gewalttätige Szenen aufeinandertreffen können: Hooligans, Nazis und Salafisten», sagt Extremismus-Experte Samuel Althof-Kessler zu 20 Minuten. Dabei würden die Rechtsextremen die aufgeheizte Anti-Islam-Stimmung in der Gesellschaft nutzen, um gegen die Salafisten zu hetzen, wie Althof-Kessler sagt. Empört sei er auch darüber, dass sich die Basler Politik nicht zum bevorstehenden Konzert äussern will. Der Experte: «Das ist ein ganz klarer Missstand – aber kein Einziger hat etwas dagegen gesagt.» (20 Minuten)

Kategorie C

Die Band, die von sich selber behauptet «Flussballrock» zu spielen, fällt durch ihre rassistischen und gewaltverherrlichenden Texte auf. «Deutschland dein Trikot, das ist schwarz und weiß, doch leider auch die Farbe deiner Spieler», schreit Sänger Hannes Ostendorf in einem seiner Lieder. Obwohl sich die Band auf ihrer Website vom Rechtsextremismus distanziert, war sie eine treibende Kraft hinter den HoGeSa-Demonstrationen in Köln.

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