Aktualisiert 19.04.2016 13:51

London

Brite erlegt sechs Riesen-Ratten in einem Haus

Ein Schädlingsbekämpfer postet ein Bild von riesigen Ratten, die er in London getötet hat. Die Briten diskutieren nun, ob die Nager immer grösser werden.

von
kmo

«Das waren die grössten Ratten, die ich in meinen 15 Jahren in dem Job je gesehen habe», sagte Dean Burr. 60 Zentimeter lang waren die sechs Tiere laut dem Schädlingsbekämpfer. Erwischt hat er sie in einem Haus mitten in London.

Weil die Ratten zu gross für die Fallen gewesen seien, hätten sie noch gelebt, als er sie entdeckte, so Burr. Ein Exemplar dieser Grösse möchte der Brite lieber nicht in die Enge treiben, wie er dem «Daily Star» sagte. Denn: «Die Ratte würde kämpfen, beissen und sich bis aufs Blut verteidigen.»

Sind Riesenratten Kannibalen?

Der Schädlingsbekämpfer hat eine Erklärung für das enorme Ausmass der Tiere: Seiner Meinung nach liegt es daran, dass sich die Ratten von Mäusen und kranken Artgenossen ernähren. Burr postete ein Bild der Riesenratten Mitte März auf der Facebook-Seite seines Unternehmens. Jetzt haben mehrere britischen Zeitungen die Geschichte aufgenommen.

Meldungen von übergrossen Ratten sorgen in Grossbritannien regelmässig für Schlagzeilen. Zuletzt machte Anfang April das Foto einer Riesenratte die Runde, die ein anderer Schädlingsbekämpfer entdeckt haben wollte. In den ersten Berichten hiess es noch, das Tier sei über einen Meter lang gewesen. Später stellte sich laut «Telegraph» heraus, dass die Ratte nur aufgrund der Perspektive auf dem Bild übernatürlich gross wirkte.

Experte bestreitet Wachstumsschub

Viele Schädlingsbekämpfer sind überzeugt, dass die Nager in Grossbritannien immer grösser werden. Dem widersprechen Experten: «Dafür gibt es absolut keine Hinweise», sagte etwa der britische Rattenexperte Dougie Clarke zur BBC. In einer landesweiten Untersuchung hat Clarke festgestellt, dass die Körperlänge der in Grossbritannien heimischen Wanderratten nach wie vor durchschnittlich 26 Zentimeter beträgt.

Sein Fazit: «Jeder Medienbericht über Riesenratten stützt sich entweder auf Fototricks oder er bezieht sich auf eine hier nicht heimische Spezies, die aus einem Privathaushalt entflohen ist.»

Genau das war auch bei Burrs Ratten der Fall, wie «Bild Blog» nach Erscheinen dieses Artikels schrieb: Das Foto zeigt demnach harmlose Biberratten und ist drei Jahre alt. Burr hat das Bild mittlerweile von seiner Facebook-Seite gelöscht. Bleibt die Frage, wie viele zusätzliche Aufträge er durch seine Aktion erhalten hat.

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