Dubai – Brite zu 25 Jahren Haft verurteilt, weil er CBD-Öl dabei hatte
Publiziert

DubaiBrite zu 25 Jahren Haft verurteilt, weil er CBD-Öl dabei hatte

Ein 24-Jähriger wird in Dubai hart bestraft, weil bei ihm Cannabis-Öl gefunden wurde. Das CBD-Öl sei nicht einmal seines gewesen.

1 / 3
Billy Hood wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt. 

Billy Hood wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Detained in Dubai / HO
Billy Hood mit seiner Grossmutter

Billy Hood mit seiner Grossmutter

Detained in Dubai / HO
Billy Hood mit seiner Tante. 

Billy Hood mit seiner Tante.

Detained in Dubai / HO

Darum gehts

  • Billy Hood wurde von den Strafverfolgern in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgefordert, ein Geständnis zu unterschreiben.

  • Er gab dem Druck nach.

  • Nun sitzt er seit Januar im Gefängnis.

  • Eine Organisation setzt sich für ihn ein.

Im Auto des britischen Fussballtrainers Billy Hood (24) fanden Polizisten vier kleine Fläschchen mit je fünf Millilitern Cannabis-Öl für E-Zigaretten. Das CBD-Öl wird aus Cannabis gewonnen, enthält aber kein berauschendes THC, es ist in Grossbritannien sowie in der Schweiz legal. Nicht aber in Dubai, wo es zum Vorfall kam. Laut «Independent» nahmen die Beamten Hood sofort fest.

Er sei aufgefordert worden, ein Geständnis in arabischer Sprache zu unterschreiben. Als er sich geweigert hätte, sei er in eine Zelle gesperrt worden, sagt Radha Stirling von der Organisation «Detained in Dubai», auf Deutsch: Inhaftiert in Dubai, zu britischen Medien.

Verhaftet wegen Hotelbewertung

Nach vier Tagen im Gefängnis habe er dem Druck nachgegeben und das Papier unterschrieben. Ihm sei gedroht worden, dass er sonst das Gefängnis nie wieder verlassen könne, so Stirling. Trotzdem wurde er zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Seit seiner Verhaftung im Januar verbrachte Hood bereits neun Monate hinter Gittern. «Erzwungene Geständnisse sind üblich in Dubai», sagt Stirling, die Hood und seine Familie unterstützt. «Es wurden in Dubai auch schon Ausländer wegen verschreibungspflichtiger Medikamente verhaftet oder sogar wegen negativer Hotelbewertungen», sagt sie.

Die Familie trifft das Urteil hart. «Ich kann nicht darüber sprechen, ohne dass mir die Tränen in die Augen steigen. Es ist zu schwer, das zu verarbeiten», so seine Mutter gegenüber britischen Medien. Hood wohnt in Dubai und arbeitet dort als Fussballtrainer. Er trainierte sechs bis sieben Mal pro Woche Kinder und Jugendliche . Einer der Hauptgründe, warum Wood in die Vereinigten Arabischen Emirate gezogen war, war die Fortsetzung seiner Trainer-Karriere.

Cannabis-Öl gehörte Freund

Das Cannabis-Öl sei nicht einmal seines gewesen, gab er bei der Festnahme bekannt. Es soll einem Freund gehören, der ihn besuchen kam. Seine Mutter Breda Hood (55) ist überzeugt: «Er hat nie mit Drogen zu tun gehabt, niemals.» Auch der Drogentest sei negativ aufgefallen.

Seine Angehörigen wollen nun gegen das Urteil vorgehen. Dabei bekommen sie Hilfe von der Organisation «Detained in Dubai». Auch das britische Aussenministerium sagte seine Unterstützung zu. Zudem sammelt die Familie Geld für die Prozesskosten über eine Spenden-Seite. Von den benötigten 20’000 Pfund kamen bereits mehr als 11’000 zusammen.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

Brauchst du oder braucht jemand, den du kennst, eine Rechtsberatung?

Hier findest du Hilfe:

Reklamationszentrale, Hilfe bei rechtlichen Fragen

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(lea)

Deine Meinung

24 Kommentare