Aktualisiert 04.05.2006 14:47

Briten entwickeln E-Mail-Knigge

Die Contenance zu verlieren entspricht gar nicht der feinen britischen Art. Wie man sich auch im Internet Gentleman-like benimmt, zeigt der zweiseitige E-Mail-Knigge aus England.

Angesichts der zunehmenden Flut an täglichen E-Mails hat die britische Tageszeitung «The Times» einen Ratgeber für den höflichen Briefverkehr im Internet entwickelt. Darin wird zum Beispiel empfohlen, fehlgeleitete E-Mails mit beleidigendem Inhalt einfach zu ignorieren - egal, ob man das Mail geschrieben hat oder von anderen beleidigt wird. Alle anderen Versuche, aus der Situation herauszukommen, seien nur zum Scheitern verurteilt. Ausserdem gleiche sich Beleidigen und Beleidigt-Werden in der Summe irgendwann aus.

«Tun Sie einfach so, als ob nichts geschehen wäre - wie wenn in der U-Bahn eine Schlägerei ausbricht und Sie vorgeben, die Zeitung zu lesen», heisst es in dem zweiseitigen E-Mail-Knigge. «Das ist die englische Art, und es klappt seit Jahrhunderten.» Ausserdem wird in der Stilfibel empfohlen, keine «emotionale Sprache» zu verwenden. Und noch ein Ratschlag der «Times»: «Wenn Sie verärgert sind, greifen Sie zum Telefon.»

(sda)

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