Aktualisiert 30.11.2011 14:26

Aktionstag

Briten streiken gegen Rente mit 66

Zwei Millionen Beschäftige des öffentlichen Diensts haben in Grossbritannien ihre Arbeit niedergelegt. Schulen blieben geschlossen, der Betrieb in Spitälern war eingeschränkt.

Ein Streik im öffentlichen Dienst hat am Mittwoch in Grossbritannien Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt. Die meisten Schulen blieben geschlossen, der Betrieb in den Spitälern war gestört.

Trotz der massiven Streiks im öffentlichen Dienst lief der Betrieb an Grossbritanniens grössten Flughäfen London-Heathrow und Gatwick am Mittwochmorgen «so gut wie normal». Das berichteten der Flughafenbetreiber BAA sowie die Fluggesellschaft British Airways.

In Heathrow, Europas grösstem Flughafen, seien am Morgen lediglich einige ankommende transatlantische Flüge gestrichen worden. Auch die Schlangen an den Passkontrollen seien nicht länger als sonst. Nicht das gesamte Personal an den Passkontrollen befolgte den Streikaufruf.

BAA hatte Fluggesellschaften zuvor gebeten, ihre Maschinen nicht voll auszulasten. Ausserdem habe man zusätzliches Personal organisiert.

Von der Transportgewerkschaft RMT hiess es, «steinharte Streikaktivitäten» seien im Gange. Im Nordosten Englands sei es zu einem fast völligen Erliegen der wichtigsten öffentlichen Verkehrsmittel gekommen.

Gesprächsangebot abgelehnt

Insgesamt zwei Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes wollten am Mittwoch aus Protest gegen die Kürzung ihrer Renten die Arbeit niederlegen.

Die Regierung plant, das Renteneintrittsalter um ein Jahr auf 66 zu erhöhen. Ausserdem sollen die Beschäftigten mehr in die Rentenkassen einzahlen. Zudem stehen im öffentlichen Dienst Massenentlassungen an.

Finanzminister George Osborne rief die Gewerkschaften am Morgen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Chef des Gewerkschaftsdachverbands TUC, Brendan Barber, wies das zurück und sagte, der Aktionstag sei die Antwort auf die «Angriffe» der Regierung.

Osborne hatte am Dienstag weitere harte Jahre mit geringem Wirtschaftswachstum für Grossbritannien angekündigt. Im laufenden Budgetjahr 2011/2012 müssten zudem 127 Milliarden Pfund (182 Milliarden Franken) neue Schulden aufgenommen werden. (sda)

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